Sichere Wege, ausreichende Beleuchtung und eine gute Orientierung können dazu beitragen, dass vertraute Abläufe zu Hause länger selbstständig möglich bleiben.
Wer auch bei eingeschränkter Mobilität möglichst lange im eigenen Zuhause bleiben möchte, muss nicht automatisch sofort umfassend umbauen. Eine Wohnberatung in Stuttgart hilft dabei, Barrieren im Alltag zu erkennen und zu beurteilen, welche Veränderungen tatsächlich sinnvoll sind.
Dabei kann es um kleine Hilfsmittel, mehr Sicherheit im Bad, bessere Beleuchtung oder größere bauliche Anpassungen gehen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Beratungsangebote es in Stuttgart gibt, wie eine Wohnberatung abläuft und was bei Wohnraumanpassung und möglichen Förderungen zu beachten ist.
Wohnberatung macht sichtbar, an welchen Stellen die eigene Wohnung den Alltag erschwert und welche Veränderungen zuerst helfen können. Dabei geht es nicht nur um einzelne Bauteile, sondern um typische Abläufe im täglichen Leben.
Wie gelangt jemand sicher durch die Wohnung? Ist das Aufstehen im Bad möglich? Sind häufig benötigte Gegenstände erreichbar? Gibt es nachts ausreichend Licht? Und lassen sich Türen, Schwellen oder Treppen noch sicher bewältigen?
Sichere Wege, ausreichende Beleuchtung und eine gute Orientierung können dazu beitragen, dass vertraute Abläufe zu Hause länger selbstständig möglich bleiben.
Eine gute Wohnberatung empfiehlt deshalb nicht pauschal einen Umbau. Zunächst wird betrachtet, wo im Alltag tatsächlich Schwierigkeiten entstehen. Erst danach können kleinere Veränderungen, Hilfsmittel, technische Lösungen oder bauliche Maßnahmen sinnvoll eingeordnet werden.
Eine hilfreiche Frage lautet: An welcher Stelle benötigt die betroffene Person regelmäßig Unterstützung, vermeidet einen bestimmten Weg oder fühlt sich unsicher?
Diese Beobachtungen sind häufig wichtiger als die Frage, welche Lösung grundsätzlich besonders modern oder komfortabel erscheint.
Eine Beratung kann sinnvoll werden, sobald die Wohnung nicht mehr zuverlässig zum veränderten Alltag passt. Das kann sich langsam entwickeln oder nach einem Ereignis plötzlich deutlich werden.
Eine frühzeitige Beratung bietet den Vorteil, mögliche Veränderungen ohne unnötigen Zeitdruck zu prüfen und die Wünsche der betroffenen Person in die Planung einzubeziehen.
Nach einem Sturz stellt sich häufig die Frage, ob nur eine einzelne Stolperfalle problematisch war oder ob mehrere Bereiche der Wohnung inzwischen schwer nutzbar sind.
Hohe Schwellen, enge Durchgänge, fehlende Haltemöglichkeiten oder ein schwer zugängliches Bad können mit zunehmenden körperlichen Einschränkungen schnell an Bedeutung gewinnen.
Bei Demenz können neben der Beweglichkeit auch Orientierung und Übersichtlichkeit wichtig werden. Klare Wege, gute Beleuchtung, erkennbare Kontraste und eine möglichst verständliche Umgebung können den Alltag erleichtern.
Wohnberatung kann auch vorausschauend sinnvoll sein. Wenn Treppen zunehmend schwerfallen, Angehörige häufiger unterstützen müssen oder eine Rückkehr aus Krankenhaus oder Rehabilitation bevorsteht, kann frühzeitig geprüft werden, welche Veränderungen zu Hause sinnvoll sind.
Eine Wohnraumanpassung kann einen Pflege- oder Betreuungsbedarf nicht grundsätzlich verhindern. Sie kann jedoch dazu beitragen, vorhandene Fähigkeiten besser zu nutzen und vermeidbare Hindernisse im Alltag zu reduzieren.
Ausgangspunkt sind die Erfahrungen der Menschen, die in der Wohnung leben. Je nach Beratungsangebot kann die Einschätzung in einem persönlichen Gespräch, bei einem Hausbesuch oder anhand konkreter Lösungen in einer Musterwohnung erfolgen.
Zunächst sollte festgehalten werden, welche Situationen regelmäßig Probleme verursachen.
Bei einer Beratung vor Ort können diese Situationen direkt mit der vorhandenen Wohnumgebung abgeglichen werden. Dadurch lässt sich besser einschätzen, ob eine kleine Veränderung genügt oder eine größere Anpassung geprüft werden sollte.
Sinnvoll ist eine klare Reihenfolge: Zuerst sollten Risiken und täglich notwendige Abläufe betrachtet werden. Komfortverbesserungen können anschließend folgen.
Am Ende sollte möglichst klar sein, welche Veränderung zuerst geprüft wird, ob weitere Fachstellen erforderlich sind und ob für die Umsetzung eine Zustimmung, ein Antrag oder eine Förderung relevant sein könnte.
Hilfreich ist eine kurze Liste mit:
Diese Informationen ersetzen keine fachliche Prüfung, machen ein Beratungsgespräch aber wesentlich konkreter.
Bei einer Wohnraumanpassung sollten zunächst diejenigen Bereiche betrachtet werden, die täglich genutzt werden oder ein erhöhtes Sturz- beziehungsweise Überforderungsrisiko darstellen.
Nicht jede Wohnung braucht einen umfassenden Umbau. Oft zeigt bereits die Betrachtung des Tagesablaufs, wo eine Veränderung den größten praktischen Nutzen bringt.
Im Badezimmer sind ein sicherer Zugang, ausreichende Bewegungsfläche, gute Erreichbarkeit und das sichere Aufstehen besonders wichtige Prüfpunkte.
Schwellen, rutschige Übergänge, fehlende Haltemöglichkeiten oder enge Durchgänge können die selbstständige Nutzung einer Wohnung erschweren. Auch der Zugang zum Gebäude sollte betrachtet werden.
Das Bad gehört häufig zu den wichtigsten Bereichen einer Wohnraumanpassung. Dabei können beispielsweise Einstiegshöhen, Haltemöglichkeiten, Bewegungsflächen, Sitzmöglichkeiten und die Erreichbarkeit von Waschbecken oder Toilette betrachtet werden.
Entscheidend ist unter anderem, ob das Bett sicher erreicht und verlassen werden kann und ob nachts ein möglichst sicherer Weg zur Toilette vorhanden ist.
In der Küche sollte geprüft werden, ob häufig benötigte Gegenstände erreichbar sind und ob Arbeitsabläufe ohne unnötige Risiken möglich bleiben.
Gute Beleuchtung kann besonders wichtig sein, wenn Sehvermögen oder Orientierung nachlassen. Je nach Situation können auch technische Lösungen wie automatische Lichtsteuerung oder Türöffner geprüft werden.
Entscheidend ist dabei nicht die technische Möglichkeit allein. Eine Lösung sollte für die betroffene Person verständlich, sicher nutzbar und im Alltag tatsächlich hilfreich sein.
Bei Mietwohnungen beachten: Bauliche Veränderungen sollten vor der Beauftragung mit dem Vermieter abgestimmt werden. Welche Zustimmung und welche weiteren Voraussetzungen notwendig sind, hängt von Art und Umfang der geplanten Maßnahme ab.
Stuttgart verfügt über mehrere Angebote mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Welche Stelle sinnvoll ist, hängt davon ab, ob eine konkrete Wohnung betrachtet, mögliche Lösungen praktisch angeschaut oder Fördermöglichkeiten geprüft werden sollen.
Eine Musterwohnung kann helfen, mögliche Anpassungen nicht nur theoretisch zu besprechen, sondern direkt im Raum zu betrachten und besser einzuordnen.
Die Wohnberatung des Deutschen Roten Kreuzes unterstützt Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger, wenn selbstständiges Wohnen im Alltag schwieriger wird. Dabei können Hilfsmittel, kleinere Anpassungen und größere bauliche Veränderungen gemeinsam betrachtet werden.
Für eine individuelle Beratung kommt die DRK-Wohnberatung auch in die Wohnung im Stadtgebiet Stuttgart. Nach aktuellem Stand kostet dieser Hausbesuch 150 Euro, für Inhaberinnen und Inhaber der städtischen Bonuscard 75 Euro.
Die allgemeine Beratung in der barrierefreien Musterwohnung wird nach Angaben des DRK kostenfrei angeboten. Da sich Gebühren ändern können, empfiehlt sich vor der Terminvereinbarung eine kurze Prüfung der aktuellen Konditionen.
Zur Wohnberatung des DRK Stuttgart
Die Werkstatt Wohnen des KVJS ist eine barrierefreie Musterwohnung in der Lindenspürstraße 39 in 70176 Stuttgart.
Dort werden praktische Lösungen gezeigt, die den häuslichen Alltag erleichtern können. Das Angebot umfasst unter anderem eine Ausstellung, Einzelberatung, Gruppenführungen und Vorträge.
Die Musterwohnung kann besonders hilfreich sein, wenn Familien unterschiedliche Lösungen zunächst ansehen und besser einschätzen möchten, bevor Veränderungen in der eigenen Wohnung geplant werden.
WohnVIELFALT e.V. bietet in Stuttgart eine individuelle Wohnberatung direkt im eigenen Zuhause an. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Wohnsituation von Menschen mit Demenz.
Betrachtet werden unter anderem mögliche Gefahren- und Stolperstellen, Anpassungen im Badezimmer sowie technische Nachrüstungen wie Lichtsteuerung oder Türöffner. Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um große Umbauten, sondern auch um kleinere Veränderungen, die den Alltag sicherer machen können.
Zur Wohnberatung von WohnVIELFALT
Die Landeshauptstadt Stuttgart bietet das Förderprogramm „Barrierefreies und altersgerechtes Wohnen“ an. Unterstützt werden können unter bestimmten Voraussetzungen Maßnahmen, die Barrieren in bestehenden Wohnungen und Wohngebäuden reduzieren.
Als mögliche Maßnahmen nennt die Stadt unter anderem:
Wichtig zum aktuellen Förderstatus: Die Stadt Stuttgart weist derzeit darauf hin, dass das Förderprogramm grundsätzlich fortbesteht und Anträge angenommen werden. Die entsprechenden Fördermittel stehen aktuell jedoch noch nicht zur Verfügung, sodass eingehende Anträge derzeit noch nicht bearbeitet werden können.
Prüfen Sie deshalb vor einer konkreten Planung immer den aktuellen Stand direkt bei der Landeshauptstadt Stuttgart.
Ein besonders wichtiger Punkt ist die Reihenfolge: Ein Antrag auf das Stuttgarter Förderprogramm kann nur vor Beginn der Umbaumaßnahme gestellt werden.
Deshalb sollten Familien nicht zuerst Handwerker verbindlich beauftragen und anschließend prüfen, ob eine Förderung möglich ist. Sinnvoller ist es, zunächst Fördervoraussetzungen und erforderliche Unterlagen zu klären.
Aktuellen Stand des Stuttgarter Förderprogramms prüfen
Das kommunale Förderprogramm ist nicht die einzige mögliche Unterstützung. Je nach persönlicher Situation und Pflegebedarf können weitere Leistungen oder Zuschüsse relevant sein.
Eine ausführlichere Einordnung dazu finden Sie in unserem Ratgeber zu den Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten für barrierefreies Wohnen .
Wenn nicht nur die Wohnung, sondern auch alltägliche Tätigkeiten regelmäßig Unterstützung erfordern, sollte zusätzlich geprüft werden, ob ein Pflegegrad infrage kommt.
Wie Antrag, Begutachtung und Bescheid ablaufen, erklären wir in unserem regionalen Ratgeber Pflegegrad in Stuttgart beantragen . Dort steht außerdem ein ausfüllbarer Musterantrag als PDF zur Verfügung.
Eine angepasste Wohnung kann den Alltag deutlich erleichtern. Sie ersetzt jedoch nicht jede Form von Unterstützung.
Wenn regelmäßig Hilfe bei Mahlzeiten, Haushalt, Tagesstruktur, Mobilität oder persönlicher Begleitung erforderlich wird, sollten Familien zusätzlich überlegen, wie diese Unterstützung zuverlässig organisiert werden kann.
Medizinische Behandlungspflege ist davon zu unterscheiden. Ärztlich angeordnete medizinische Leistungen gehören in die Hände entsprechend qualifizierter Pflegefachkräfte beziehungsweise eines ambulanten Pflegedienstes.
Eine Betreuungskraft im Haushalt kann dagegen je nach Betreuungssituation bei alltäglichen Abläufen, im Haushalt, bei Mahlzeiten und bei der Tagesstruktur unterstützen.
Eine Wohnberatung schafft eine sachliche Grundlage, bevor Familien Zeit und Geld in Veränderungen investieren. Entscheidend ist nicht, möglichst viel umzubauen, sondern diejenigen Bereiche zu erkennen, die Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag tatsächlich einschränken.
In Stuttgart stehen dafür verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: individuelle Beratung in der eigenen Wohnung, eine barrierefreie Musterwohnung und kommunale Informationen zu möglichen Förderungen.
Sinnvoll ist deshalb eine klare Reihenfolge: aktuelle Schwierigkeiten erfassen, Wohnsituation prüfen, notwendige Veränderungen priorisieren und erst anschließend über konkrete Umbauten, Förderanträge oder zusätzliche Unterstützung entscheiden.
Betreuung zu Hause in Stuttgart prüfen
Wenn Wohnraumanpassungen allein nicht ausreichen und regelmäßig Unterstützung im Alltag erforderlich ist, finden Sie auf unserer regionalen Seite weitere Informationen zur häuslichen Betreuung in Stuttgart.
Die Kosten hängen vom jeweiligen Angebot ab. Bei der DRK-Wohnberatung Stuttgart kostet eine individuelle Beratung vor Ort nach aktuellem Stand 150 Euro beziehungsweise 75 Euro für Inhaberinnen und Inhaber der städtischen Bonuscard. Die allgemeine Beratung in der barrierefreien Musterwohnung wird kostenfrei angeboten. Aktuelle Konditionen sollten vor der Terminvereinbarung noch einmal direkt beim Anbieter geprüft werden.
Ja. Die Werkstatt Wohnen des KVJS in der Lindenspürstraße 39 in Stuttgart ist eine barrierefreie Musterwohnung. Dort können verschiedene Lösungen für den häuslichen Alltag angesehen und besser eingeordnet werden.
Entscheidend ist die konkrete Alltagssituation. Häufig werden Eingang und Wege, Bad und Toilette, Küche, Schlafbereich sowie Beleuchtung und Orientierung betrachtet. Relevant sind vor allem diejenigen Bereiche, in denen regelmäßig Unsicherheit entsteht oder Unterstützung benötigt wird.
Ja. WohnVIELFALT bietet in Stuttgart Wohnberatung im eigenen Zuhause mit einem besonderen Schwerpunkt auf Demenz an. Dabei werden unter anderem Orientierung, Stolperstellen, Badezimmer und technische Unterstützungsmöglichkeiten betrachtet.
Auch in einer Mietwohnung können Anpassungen geprüft werden. Bei baulichen Veränderungen sollten jedoch vor einer Beauftragung die Zustimmung und weitere Rahmenbedingungen mit dem Vermieter geklärt werden.
Die Landeshauptstadt Stuttgart führt ein Förderprogramm für barrierefreies und altersgerechtes Wohnen. Aktuell werden Anträge angenommen, die Stadt weist jedoch darauf hin, dass die dafür vorgesehenen Fördermittel derzeit noch nicht zur Verfügung stehen und Anträge deshalb noch nicht bearbeitet werden können. Der aktuelle Stand sollte vor einer Maßnahme direkt bei der Stadt geprüft werden.
Ja. Beim Förderprogramm der Landeshauptstadt Stuttgart kann der Antrag nur vor Beginn der Umbaumaßnahme gestellt werden. Deshalb sollten mögliche Förderbedingungen geklärt werden, bevor mit dem Umbau begonnen wird.
Je nach Wohnung und persönlicher Situation können beispielsweise Veränderungen im Bad, das Reduzieren von Schwellen, zusätzliche Haltemöglichkeiten, bessere Beleuchtung, Türverbreiterungen oder Lösungen für Treppen und Gebäudezugänge sinnvoll sein. Welche Maßnahme tatsächlich passt, sollte anhand der konkreten Wohn- und Alltagssituation geprüft werden.
Wenn nicht nur die Wohnung, sondern auch alltägliche Tätigkeiten regelmäßig Unterstützung erfordern, kann die Prüfung eines Pflegegrades sinnvoll sein. Das betrifft beispielsweise Einschränkungen bei Mobilität, Körperpflege, Orientierung oder der selbstständigen Gestaltung des Alltags.
Wenn trotz einer angepassten Wohnung regelmäßig Unterstützung notwendig bleibt, können je nach Bedarf Angehörige, ambulante Pflegedienste, Alltagshilfen oder eine häusliche Betreuung miteinander kombiniert werden. Weitere Informationen finden Familien auf unserer Seite zur 24-Stunden-Pflege in Stuttgart .

