Logo Pflege-Schätzle

Pflegegrad 5: Voraussetzungen, Punkte, Leistungen und Pflege zu Hause

Pflegegrad 5 ist der höchste Pflegegrad. Er steht für schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung. Im regulären Begutachtungsverfahren wird Pflegegrad 5 bei 90 bis 100 gewichteten Gesamtpunkten festgestellt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass eine bestimmte einzelne Fähigkeit vollständig verloren sein muss oder dass jeder Mensch mit Pflegegrad 5 dieselbe Form von Unterstützung benötigt. Entscheidend ist das Gesamtbild der Selbstständigkeit in mehreren Lebensbereichen.

Dieser Ratgeber erklärt, welche Voraussetzungen für Pflegegrad 5 gelten, wie die Punkte entstehen, welche Einschränkungen im Alltag typisch sein können, wie Pflegegrad 5 zu Hause organisiert werden kann und welche Leistungen grundsätzlich zur Verfügung stehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pflegegrad 5 steht für schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung.
  • Im regulären Begutachtungsverfahren sind 90 bis 100 gewichtete Gesamtpunkte erforderlich.
  • Es gibt keine einzelne Tätigkeit, die ein Mensch mit Pflegegrad 5 zwingend vollständig „nicht mehr können“ muss.
  • Eine besondere Bedarfskonstellation kann in einem eng begrenzten Ausnahmefall auch unterhalb von 90 Punkten zu Pflegegrad 5 führen.
  • Pflegegrade werden nicht anhand einer festen Zahl von Pflege- oder Betreuungsstunden vergeben.
  • Pflegegrad 5 bedeutet nicht automatisch Pflegeheim. Auch eine Versorgung zu Hause kann möglich sein, wenn Pflege, Betreuung und Sicherheit zuverlässig organisiert werden.
  • Bei Pflegegrad 5 beträgt das Pflegegeld 2026 monatlich 990 Euro; für ambulante Pflegesachleistungen stehen bis zu 2.299 Euro monatlich zur Verfügung.

Was bedeutet Pflegegrad 5?

Pflegegrad 5 ist die höchste Einstufung innerhalb der fünf Pflegegrade. Er wird festgestellt, wenn die Selbstständigkeit oder Fähigkeiten eines Menschen schwerst beeinträchtigt sind und gleichzeitig besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung bestehen.

Die Einstufung beschreibt jedoch keine bestimmte Erkrankung und schreibt auch keine konkrete Versorgungsform vor. Zwei Menschen mit Pflegegrad 5 können im Alltag sehr unterschiedliche Unterstützung benötigen. Bei einer Person können körperliche Einschränkungen im Vordergrund stehen, bei einer anderen schwere kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder eine Kombination mehrerer Bereiche.

Entscheidend ist deshalb nicht die Diagnose allein, sondern welche Folgen Erkrankungen und Einschränkungen für die Selbstständigkeit haben. Bewertet wird beispielsweise, ob eine Person sich fortbewegen, selbst versorgen, Situationen verstehen, mit krankheitsbedingten Anforderungen umgehen und ihren Alltag selbstständig gestalten kann.

Wie sich Pflegegrad 5 in das gesamte System der Pflegegrade einordnet, erklärt auch unser Überblick zu den Pflegegraden 1 bis 5.

Was ist der Unterschied zwischen Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5?

Pflegegrad 4 liegt regulär bei 70 bis unter 90 gewichteten Gesamtpunkten vor. Pflegegrad 5 beginnt bei 90 Punkten. Beide Pflegegrade stehen für schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder Fähigkeiten. Bei Pflegegrad 5 bestehen zusätzlich besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung.

Der Unterschied lässt sich deshalb nicht einfach mit einer bestimmten Anzahl zusätzlicher Pflegestunden erklären. Maßgeblich ist die gewichtete Gesamtbewertung der verschiedenen Lebensbereiche.

Ist Pflegestufe 5 dasselbe wie Pflegegrad 5?

Nein. Die früheren Pflegestufen wurden zum 1. Januar 2017 durch die Pflegegrade ersetzt. Eine offizielle Pflegestufe 5 gab es im früheren deutschen System nicht. Wer heute nach „Pflegestufe 5“ sucht, meint in der Regel Pflegegrad 5.

Welche Voraussetzungen gelten für Pflegegrad 5?

Pflegegrad 5 setzt schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung voraus. Die gesundheitlich bedingten Beeinträchtigungen müssen voraussichtlich mindestens sechs Monate bestehen.

Im regulären Begutachtungsverfahren werden 90 bis 100 gewichtete Gesamtpunkte benötigt. Diese Punktzahl entsteht nicht aus einer einzelnen Diagnose oder einer einzigen besonders starken Einschränkung, sondern aus der Bewertung verschiedener Lebensbereiche.

Eine Erkrankung wie Demenz, Parkinson, Multiple Sklerose oder die Folgen eines Schlaganfalls führt deshalb nicht automatisch zu Pflegegrad 5. Entscheidend ist immer, wie stark die Selbstständigkeit im konkreten Alltag tatsächlich beeinträchtigt ist.

Seniorin und Angehörige besprechen Unterlagen zur Begutachtung bei Pflegegrad 5
Pflegegrad 5 wird nach der Selbstständigkeit beurteilt

Entscheidend ist nicht eine einzelne Diagnose, sondern wie stark die Selbstständigkeit in mehreren Lebensbereichen eingeschränkt ist.

Besondere Bedarfskonstellation: In einem eng begrenzten Ausnahmefall kann Pflegegrad 5 auch bei weniger als 90 Gesamtpunkten festgestellt werden. Nach den Begutachtungs-Richtlinien betrifft diese besondere Bedarfskonstellation den vollständigen Verlust der Greif-, Steh- und Gehfunktionen.

Wie viele Punkte braucht man für Pflegegrad 5?

Pflegegrad 5 beginnt im regulären Verfahren bei 90 gewichteten Gesamtpunkten. Maximal können 100 Gesamtpunkte erreicht werden. Dabei werden die einzelnen Antworten aus der Begutachtung nicht einfach zusammengezählt, sondern zunächst innerhalb der jeweiligen Module bewertet und anschließend gewichtet.

Die Pflegebegutachtung betrachtet sechs Lebensbereiche:

Die sechs Bereiche der Pflegebegutachtung
Modul Gewichtung Beispiele
1. Mobilität 10 % Positionswechsel, Aufstehen, Umsetzen, Fortbewegen, Treppensteigen
2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten zusammen mit Modul 3: 15 % Orientierung, Erinnern, Verstehen, Kommunikation, Erkennen von Risiken
3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen zusammen mit Modul 2: 15 % Unruhe, Ängste, Abwehr von Hilfe, nächtliche Auffälligkeiten, selbstgefährdendes Verhalten
4. Selbstversorgung 40 % Waschen, Ankleiden, Essen, Trinken, Toilettennutzung
5. Krankheits- oder therapiebedingte Anforderungen 20 % Medikamente, Verbände, Messungen, Therapien und Arztbesuche
6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte 15 % Tagesablauf, Beschäftigung, Schlafrhythmus und soziale Kontakte

Wichtig: Die Ergebnisse aus Modul 2 und Modul 3 werden nicht miteinander addiert. Für die Gesamtbewertung wird nur der jeweils höhere gewichtete Wert berücksichtigt.

Die vollständige Punkteberechnung und einen unverbindlichen Schnellcheck finden Sie in unserem Ratgeber zur Pflegegrad-Punkte-Tabelle und zum Schnellcheck. Dort wird die Gewichtung aller Pflegegrade ausführlicher erklärt.

Was muss man bei Pflegegrad 5 nicht mehr können?

Es gibt keine einzelne Fähigkeit, die ein Mensch mit Pflegegrad 5 zwingend vollständig verloren haben muss. Die häufige Frage „Was muss man bei Pflegegrad 5 nicht mehr können?“ lässt sich deshalb nicht mit einer starren Checkliste beantworten.

Entscheidend ist das Gesamtbild. Bei Pflegegrad 5 besteht typischerweise in mehreren Lebensbereichen ein sehr hoher Unterstützungsbedarf. Welche Bereiche besonders stark betroffen sind, kann jedoch von Mensch zu Mensch deutlich unterschiedlich sein.

Angehörige unterstützt ältere Frau beim Aufstehen bei Pflegegrad 5
Der Unterstützungsbedarf kann mehrere Lebensbereiche betreffen

Bei Pflegegrad 5 können Mobilität, Körperpflege, Orientierung und weitere Alltagstätigkeiten stark eingeschränkt sein.

Typische Einschränkungen bei sehr hohem Unterstützungsbedarf
Lebensbereich Mögliche Situation
Aufstehen und Umsetzen Aufstehen, Hinsetzen oder der Wechsel vom Bett in einen Stuhl kann nur noch mit umfangreicher Unterstützung sicher möglich sein.
Körperpflege Waschen, Duschen, Zahnpflege oder Rasieren können überwiegend oder vollständig durch andere Personen unterstützt werden müssen.
An- und Auskleiden Kleidung kann möglicherweise nicht mehr selbstständig ausgewählt, angezogen oder gewechselt werden.
Essen und Trinken Mahlzeiten können vorbereitet, mundgerecht zubereitet oder angereicht werden müssen. Teilweise ist außerdem Beaufsichtigung notwendig.
Toilettennutzung Beim Toilettengang oder bei der Kontinenzversorgung kann umfangreiche Unterstützung erforderlich sein.
Orientierung und Kommunikation Zeitliche oder örtliche Orientierung, das Erkennen von Gefahren oder das Mitteilen eigener Bedürfnisse kann deutlich eingeschränkt sein.
Medikamente und Therapien Medikamente oder therapeutische Abläufe können nicht mehr zuverlässig selbstständig organisiert werden.
Tagesgestaltung Der Tagesablauf kann nicht mehr selbstständig strukturiert werden und regelmäßig Anleitung oder Begleitung erfordern.

Diese Beispiele sind keine Voraussetzungen, die vollständig erfüllt sein müssen. Eine Person muss also nicht in jedem Bereich vollkommen unselbstständig sein. Umgekehrt führt eine einzelne sehr starke Einschränkung nicht automatisch zu Pflegegrad 5.

Fallbeispiel Pflegegrad 5: Wie kann der Alltag aussehen?

Ein Fallbeispiel kann helfen, die abstrakte Einstufung besser zu verstehen. Es ist jedoch keine Vorlage dafür, wann Pflegegrad 5 automatisch vergeben wird.

Beispiel: Frau M. kann ihre Position im Bett nur eingeschränkt verändern und benötigt beim Aufstehen sowie beim Umsetzen umfangreiche Hilfe. Waschen, Ankleiden und Toilettengänge kann sie nicht ohne Unterstützung bewältigen. Mahlzeiten müssen vorbereitet und teilweise angereicht werden. Medikamente und Therapietermine werden vollständig organisiert. Zusätzlich kann Frau M. Gefahren nicht immer zuverlässig einschätzen und benötigt Unterstützung bei der Strukturierung ihres Tages.

Eine solche Kombination aus erheblichen Einschränkungen in mehreren unterschiedlich gewichteten Lebensbereichen kann zu einer sehr hohen Gesamtpunktzahl führen. Ob tatsächlich Pflegegrad 5 festgestellt wird, hängt jedoch von der vollständigen individuellen Begutachtung ab.

Deshalb sollte ein Fallbeispiel niemals als Selbstdiagnose oder Checkliste verstanden werden. Entscheidend ist, welche Tätigkeiten im konkreten Alltag selbstständig, überwiegend selbstständig, überwiegend unselbstständig oder unselbstständig bewältigt werden können.

Kann man mit Pflegegrad 5 zu Hause gepflegt werden?

Ja. Pflegegrad 5 bedeutet nicht automatisch, dass ein Pflegeheim notwendig ist. Auch Menschen mit sehr hohem Unterstützungsbedarf können zu Hause leben, wenn die notwendige Pflege, Betreuung und Sicherheit zuverlässig organisiert werden kann.

Bei Pflegegrad 5 reicht es allerdings häufig nicht, nur einzelne Pflegeeinsätze zu betrachten. Entscheidend ist der gesamte Tagesablauf und gegebenenfalls auch die Nacht: Wer unterstützt beim Aufstehen? Wer hilft bei Körperpflege und Mahlzeiten? Wer übernimmt medizinische Aufgaben? Wer ist erreichbar, wenn nachts Unterstützung benötigt wird?

Beratungsgespräch mit Seniorin und Angehöriger zur Versorgung bei Pflegegrad 5 zu Hause
Pflegegrad 5 bedeutet nicht automatisch Pflegeheim

Auch bei sehr hohem Unterstützungsbedarf kann eine Versorgung zu Hause möglich sein, wenn Pflege, Betreuung und Entlastung zuverlässig organisiert werden.

  • Welche Tätigkeiten können noch sicher selbstständig ausgeführt werden?
  • Bei welchen Aufgaben ist Anleitung, Beaufsichtigung oder körperliche Unterstützung erforderlich?
  • Wie häufig entstehen Transfers, Toilettengänge oder andere wiederkehrende Hilfen?
  • Gibt es nächtlichen Unterstützungsbedarf?
  • Wer übernimmt medizinisch notwendige Behandlungspflege?
  • Wie werden Krankheit, Urlaub und Ausfälle von Angehörigen aufgefangen?
  • Welche Hilfsmittel oder Anpassungen der Wohnung können die Versorgung erleichtern?
  • Wie belastbar sind die pflegenden Angehörigen dauerhaft?

Wenn Angehörigenhilfe und einzelne ambulante Einsätze nicht ausreichen, können zusätzliche Betreuungsangebote die häusliche Versorgung ergänzen. Einen Überblick bietet unsere Seite zur 24-Stunden-Pflege und Betreuung zu Hause.

Wichtig: Eine sogenannte 24-Stunden-Betreuung bedeutet nicht, dass eine einzelne Betreuungskraft 24 Stunden täglich arbeitet. Arbeitszeiten, Ruhezeiten, medizinische Fachpflege und ein möglicher Nachtbedarf müssen getrennt und realistisch organisiert werden.

Wie viele Stunden Pflege braucht man bei Pflegegrad 5?

Für Pflegegrad 5 gibt es keine fest vorgeschriebene Zahl von Pflege- oder Betreuungsstunden pro Tag oder Woche. Seit Einführung der Pflegegrade wird die Einstufung nicht mehr anhand eines festen Minuten- oder Stundenkontos vorgenommen.

Der tatsächliche Unterstützungsaufwand kann bei Pflegegrad 5 sehr hoch sein, unterscheidet sich aber erheblich. Manche Menschen benötigen über den gesamten Tag verteilt häufig körperliche Hilfe. Bei anderen stehen Beaufsichtigung, Orientierung, Anleitung oder krankheitsbedingte Anforderungen stärker im Vordergrund.

Auch nächtlicher Hilfebedarf ist individuell. Pflegegrad 5 sagt allein nicht aus, wie oft nachts Unterstützung notwendig ist oder ob dauerhaft eine Person anwesend sein muss.

Für die praktische Versorgungsplanung kann es sinnvoll sein, den tatsächlichen Unterstützungsbedarf über mehrere Tage zu dokumentieren. Für die Einstufung selbst zählt jedoch die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit und nicht die Summe der Pflegeminuten.

Welche Leistungen gibt es bei Pflegegrad 5?

Mit Pflegegrad 5 bestehen umfangreiche Ansprüche aus der Pflegeversicherung. Dabei ist wichtig zu unterscheiden: Manche Leistungen werden als Pflegegeld ausgezahlt, andere stehen als zweckgebundenes Budget oder für bestimmte Pflege- und Betreuungsangebote zur Verfügung.

Wichtige Beträge 2026: 990 Euro Pflegegeld monatlich, bis zu 2.299 Euro ambulante Pflegesachleistungen monatlich, bis zu 131 Euro Entlastungsbetrag monatlich, bis zu 2.085 Euro für Tages- und Nachtpflege monatlich sowie ein Gemeinsamer Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.

Die einzelnen Beträge dürfen nicht einfach addiert werden und werden auch nicht alle als Geld an die pflegebedürftige Person ausgezahlt.

Die vollständige Betragstabelle, die Unterschiede zwischen Auszahlung und zweckgebundenem Budget sowie Beispiele zur Kombinationsleistung finden Sie auf der separaten Geldseite Pflegegrad 5: Wie viel Geld gibt es 2026?.

Pflegegrad 5 beantragen oder Höherstufung prüfen

Ein Pflegegrad wird bei der Pflegekasse beantragt. Bei gesetzlich versicherten Personen erfolgt die Begutachtung in der Regel im Auftrag der Pflegekasse durch den Medizinischen Dienst. Bei privat Versicherten gelten entsprechende Verfahren über die private Pflegepflichtversicherung.

Besteht bereits beispielsweise Pflegegrad 3 oder 4 und hat sich die Selbstständigkeit dauerhaft deutlich verschlechtert, kann eine Höherstufung geprüft und beantragt werden. Dabei sollte nicht versucht werden, gezielt eine bestimmte Punktzahl „zu erreichen“. Wichtig ist vielmehr eine vollständige und realistische Darstellung des tatsächlichen Unterstützungsbedarfs.

Den Erstantrag erklärt unser Ratgeber Pflegegrad beantragen: Schritt für Schritt. Wenn bereits ein Pflegegrad besteht, finden Sie weitere Hinweise im Beitrag zur Höherstufung des Pflegegrads.

Wie die Begutachtung aufgebaut ist und welche Fragen dabei eine Rolle spielen, erklärt außerdem unser Ratgeber zum Medizinischen Dienst und zur Pflegebegutachtung.

Wann sollte die Versorgung neu geplant werden?

Bei Pflegegrad 5 kann sich eine Pflegesituation schnell verändern. Zunehmender Transferbedarf, häufigere Hilfe in der Nacht, Stürze, Probleme beim Essen und Trinken, stärkere Orientierungsschwierigkeiten oder eine zunehmende Belastung der Angehörigen können dazu führen, dass eine bisher funktionierende Versorgung nicht mehr ausreichend ist.

Ein hoher Pflegegrad bedeutet deshalb nicht nur höhere Leistungsansprüche. Er sollte auch Anlass sein, regelmäßig zu prüfen, ob die bestehende Versorgung noch sicher und dauerhaft tragfähig ist.

  • Sind alle wichtigen Tageszeiten zuverlässig abgedeckt?
  • Gibt es sichere Abläufe für Mobilität und Transfers?
  • Ist notwendige medizinische Behandlungspflege fachlich organisiert?
  • Ist möglicher Nachtbedarf realistisch berücksichtigt?
  • Gibt es eine Vertretung für Krankheit oder Urlaub?
  • Sind Angehörige dauerhaft belastbar oder bereits überlastet?
  • Können Hilfsmittel oder Wohnraumanpassungen die Situation verbessern?

Gerade bei komplexen Situationen kann eine Kombination verschiedener Hilfen sinnvoll sein, beispielsweise Angehörigenhilfe, ambulanter Pflegedienst, Tagespflege und zusätzliche Betreuung zu Hause.

Fazit: Pflegegrad 5 bedeutet hohen Hilfebedarf, aber keine starre Pflegesituation

Pflegegrad 5 steht für schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung. Im regulären Begutachtungsverfahren sind dafür 90 bis 100 gewichtete Gesamtpunkte erforderlich.

Es gibt jedoch weder eine bestimmte Diagnose noch eine einzelne Fähigkeit oder eine feste Zahl von Pflegestunden, die automatisch zu Pflegegrad 5 führt. Entscheidend ist immer das Gesamtbild der individuellen Selbstständigkeit.

Auch eine Versorgung zu Hause bleibt grundsätzlich möglich. Je höher und komplexer der Unterstützungsbedarf wird, desto wichtiger sind jedoch klare Zuständigkeiten, ausreichende Entlastung der Angehörigen und eine realistische Kombination geeigneter Hilfen.

Betreuung zu Hause bei hohem Unterstützungsbedarf einordnen

Wenn Sie bei Pflegegrad 5 prüfen möchten, wie sich Betreuung, Angehörigenhilfe und professionelle Pflege zu Hause sinnvoll ergänzen können, können Sie uns Ihre Situation unverbindlich schildern.

Betreuungssituation unverbindlich schildern

Häufige Fragen zu Pflegegrad 5

Wie viele Punkte braucht man für Pflegegrad 5?

Pflegegrad 5 wird im regulären Begutachtungsverfahren bei 90 bis 100 gewichteten Gesamtpunkten festgestellt. In einer eng begrenzten besonderen Bedarfskonstellation ist eine Einstufung auch unterhalb von 90 Punkten möglich.

Was muss man bei Pflegegrad 5 nicht mehr können?

Es gibt keine einzelne Fähigkeit, die zwingend vollständig verloren sein muss. Maßgeblich ist die Gesamtbewertung der Selbstständigkeit in den verschiedenen Begutachtungsbereichen.

Welche Beeinträchtigungen gibt es bei Pflegegrad 5?

Typisch können umfangreiche Einschränkungen bei Mobilität, Selbstversorgung, Orientierung, Tagesgestaltung oder beim Umgang mit Medikamenten und Therapien sein. Welche Bereiche besonders betroffen sind, unterscheidet sich individuell.

Wie viele Stunden Pflege braucht man bei Pflegegrad 5?

Es gibt keine gesetzlich festgelegte Zahl von Pflege- oder Betreuungsstunden. Pflegegrade werden anhand der Selbstständigkeit und Fähigkeiten ermittelt und nicht über ein Stundenkonto.

Kann man mit Pflegegrad 5 zu Hause leben?

Ja. Pflegegrad 5 bedeutet nicht automatisch Pflegeheim. Voraussetzung ist jedoch, dass notwendige Pflege, Betreuung, Sicherheit und gegebenenfalls medizinische Versorgung zuverlässig organisiert werden können.

Kann man mit Pflegegrad 5 alleine leben?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei Pflegegrad 5 besteht meist ein sehr hoher Unterstützungsbedarf. Ob eine Person in der eigenen Wohnung leben kann, hängt deshalb davon ab, welche Hilfe vorhanden ist und ob Risiken zuverlässig abgesichert sind.

Wie viel Pflegegeld gibt es bei Pflegegrad 5?

Das Pflegegeld beträgt 2026 monatlich 990 Euro, wenn die häusliche Pflege selbst sichergestellt wird. Weitere Beträge und Leistungsbudgets erklärt die separate Geldseite zu Pflegegrad 5.

Kann Demenz zu Pflegegrad 5 führen?

Ja, das ist möglich. Eine Demenzdiagnose allein führt jedoch nicht automatisch zu Pflegegrad 5. Entscheidend ist, wie stark Selbstständigkeit und Fähigkeiten durch die Erkrankung tatsächlich beeinträchtigt sind.

Sagt Pflegegrad 5 etwas über die Lebenserwartung aus?

Nein. Ein Pflegegrad beschreibt den Grad der Beeinträchtigung der Selbstständigkeit und ist keine medizinische Prognose zur Lebenserwartung.

Muss man bei Pflegegrad 5 in ein Pflegeheim?

Nein. Der Pflegegrad schreibt keine bestimmte Wohn- oder Versorgungsform vor. Eine häusliche Versorgung ist möglich, wenn der individuelle Unterstützungsbedarf zuverlässig abgedeckt werden kann.

Quellen und Stand

Stand: September 2026. Die Angaben zur Einstufung, zur Gewichtung der Begutachtungsmodule und zur besonderen Bedarfskonstellation wurden anhand aktueller Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit und des Medizinischen Dienstes Bund geprüft.

  • Bundesministerium für Gesundheit: Pflegebedürftigkeit und Berechnung der Pflegegrade
  • Bundesministerium für Gesundheit: Leistungen der Pflegeversicherung 2026
  • Medizinischer Dienst Bund: Pflegebedürftigkeit und Pflegebegutachtung
  • Medizinischer Dienst Bund: Begutachtungs-Richtlinien

Jetzt Kontakt aufnehmen!

Suchen Sie eine zuverlässige 24-Stunden-Betreuung zu Hause? Jetzt passende Pflegekraft finden – individuell abgestimmt auf die Bedürfnisse Ihres Angehörigen.
Melanie & Simon Schätzle
Ihre Ansprechpartner
Simon und Melanie Schätzle, Ansprechpartner von Pflege-Schätzle
Kontaktformular
Logo Pflege-Schätzle
Copyright © 2026 Pflege-Schätzle GmbH
phone-handsetcrossmenu