Pflegehilfsmittel: Anspruch, Liste und Beantragung einfach erklärt
Pflegehilfsmittel sind Geräte und Sachmittel, die die häusliche Pflege erleichtern, Beschwerden lindern oder einem pflegebedürftigen Menschen eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen können. Dazu gehören sowohl technische Lösungen wie Pflegebetten oder Notrufsysteme als auch zum Verbrauch bestimmte Produkte wie Einmalhandschuhe oder Bettschutzeinlagen.
Für Angehörige stehen meist vier Fragen im Mittelpunkt: Wer hat Anspruch? Welche Pflegehilfsmittel gibt es? Welche Kosten übernimmt die Pflegekasse? Und wie werden Pflegehilfsmittel beantragt? Dieser Ratgeber beantwortet diese Fragen und führt von der allgemeinen Einordnung zu den passenden Detailratgebern.
Das Wichtigste in Kürze
Pflegehilfsmittel sollen die häusliche Pflege erleichtern, Beschwerden lindern oder eine selbstständigere Lebensführung unterstützen.
Ein Anspruch kann bereits ab Pflegegrad 1 bestehen, wenn die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind.
Das Pflegehilfsmittelverzeichnis umfasst die Produktgruppen 50, 51, 52 und 54.
Für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel übernimmt die Pflegekasse derzeit Aufwendungen von bis zu 42 Euro im Monat.
Die 42 Euro sind keine frei verfügbare Geldleistung. Entscheidend sind geeignete Produkte und der jeweilige Versorgungs- oder Erstattungsweg.
Technische Pflegehilfsmittel werden in geeigneten Fällen vorrangig leihweise bereitgestellt.
Für Pflegehilfsmittel ist grundsätzlich keine ärztliche Verordnung erforderlich.
Ist ein Hilfsmittel wegen Krankheit oder Behinderung erforderlich, kann statt der Pflegekasse die Krankenkasse zuständig sein.
Digitale Pflegeanwendungen sind ein eigener Leistungsbereich der Pflegeversicherung und nicht mit klassischen Pflegehilfsmitteln gleichzusetzen.
Was sind Pflegehilfsmittel?
Pflegehilfsmittel gehören zur Versorgung in der häuslichen Pflege. Sie kommen infrage, wenn sie die Pflege erleichtern, Beschwerden einer pflegebedürftigen Person lindern oder eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen.
Nicht jeder praktische Gegenstand im Pflegealltag ist automatisch ein Pflegehilfsmittel. Entscheidend sind der konkrete Zweck, der individuelle Bedarf und die Frage, welcher Kostenträger für die Versorgung zuständig ist.
Ein Pflegebett kann beispielsweise dazu beitragen, Pflegehandlungen oder das Aufrichten im Bett zu erleichtern. Eine gewöhnliche Alltagshilfe wird dagegen nicht allein deshalb zum Pflegehilfsmittel, weil sie von einer pflegebedürftigen Person benutzt wird.
Auch Pflegehilfsmittel und Hilfsmittel der Krankenkasse sind nicht dasselbe. Pflegehilfsmittel gehören grundsätzlich zum Leistungsbereich der Pflegeversicherung. Hilfsmittel, die wegen Krankheit oder Behinderung benötigt werden, können dagegen in den Zuständigkeitsbereich der Krankenversicherung fallen.
Welche Pflegehilfsmittel gibt es? Die offiziellen Produktgruppen
Das Hilfsmittel- und Pflegehilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes ordnet Pflegehilfsmittel in vier eigene Produktgruppen ein. Diese Systematik hilft bei der Einordnung besser als eine beliebige Produktliste, weil sie zeigt, welchem pflegerischen Zweck eine Versorgung dient.
Produktgruppe
Bezeichnung
Grundgedanke
50
Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege
Pflegehandlungen im häuslichen Umfeld erleichtern
51
Pflegehilfsmittel zur Körperpflege und Hygiene
Körperpflege und Hygiene in der häuslichen Versorgung unterstützen
52
Pflegehilfsmittel zur selbständigeren Lebensführung
Selbstständigkeit und Sicherheit im häuslichen Alltag unterstützen
54
Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel
Produkte, die regelmäßig verbraucht oder aus hygienischen Gründen nur begrenzt verwendet werden
Das Verzeichnis wird fortlaufend aktualisiert. Für ein konkretes Produkt sollte deshalb immer die aktuelle Einordnung geprüft werden.
Pflegehilfsmittel-Liste: typische Beispiele im Überblick
Eine Pflegehilfsmittel-Liste bietet eine erste Orientierung. Welche Versorgung im Einzelfall infrage kommt, hängt jedoch von Bedarf, Produktart und Zuständigkeit ab. Nicht jedes Hilfsmittel, das im Pflegealltag benutzt wird, gehört automatisch zum Pflegehilfsmittelverzeichnis der Pflegeversicherung.
Bereich
Typische Beispiele
Was wichtig ist
Pflege im Bett
Pflegebett und bestimmte Pflegebett-Hilfen
Funktionen, Beweglichkeit, Platz und Kostenträger prüfen
Lagerung und Positionierung
bestimmte Lagerungshilfen
Bedarf und pflegefachliche Eignung unterscheiden
Sicherheit
zum Beispiel bestimmte Hausnotrufsysteme
Bedienbarkeit und Voraussetzungen müssen passen
Hygiene und Schutz
Einmalhandschuhe, geeignete Schutzprodukte und bestimmte Masken
müssen für die häusliche Pflege vorgesehen sein
Bettschutz
saugende Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch
gehören zu den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln
Desinfektion
geeignete Hände- und Flächendesinfektionsmittel
nur die dafür vorgesehenen Produkte gehören zur Versorgung
Pflegehilfsmittel nach dem tatsächlichen Bedarf auswählen
Nicht die Menge an Produkten ist entscheidend, sondern welche Hilfe in der konkreten Pflegesituation wirklich benötigt wird.
Aus der Produktbezeichnung allein lässt sich nicht sicher ableiten, welcher Kostenträger zuständig ist. Gerade Mobilitäts-, Bade-, Toiletten- oder Inkontinenzhilfen können je nach Versorgungszweck in einen anderen Leistungsbereich fallen.
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch und die 42-Euro-Regel
Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel werden bei der häuslichen Pflege regelmäßig aufgebraucht oder sind aus hygienischen Gründen nur für eine begrenzte Verwendung vorgesehen.
Dazu gehören beispielsweise saugende Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch, Fingerlinge, Einmalhandschuhe, bestimmte Schutzprodukte und Masken sowie geeignete Hände- und Flächendesinfektionsmittel.
Die Pflegekasse übernimmt dafür derzeit Aufwendungen von bis zu 42 Euro pro Monat. Die weiterhin häufig gesuchte Bezeichnung „40-Euro-Pauschale“ stammt aus der früheren Leistungsgrenze.
Wichtig
Die 42 Euro sind kein zusätzliches Pflegegeld und keine frei verfügbare monatliche Auszahlung. Wird der Betrag nicht ausgeschöpft, wird der Rest nicht als Bargeld ausgezahlt.
Je nach Versorgungsweg kann ein Leistungserbringer direkt mit der Pflegekasse abrechnen oder eine Kostenerstattung für geeignete selbst beschaffte Produkte infrage kommen.
Die vollständige Einordnung der Verbrauchsprodukte, der monatlichen Leistung sowie von Direktabrechnung, Eigenkauf und Kostenerstattung behandeln wir im Ratgeber zur 42-Euro-Regel für Pflegehilfsmittel.
Technische Pflegehilfsmittel: Welche Regeln gelten?
Technische Pflegehilfsmittel werden über einen längeren Zeitraum genutzt. Typische Beispiele sind Pflegebetten, bestimmte Lagerungshilfen und Notrufsysteme.
Die Pflegekassen sollen technische Pflegehilfsmittel in geeigneten Fällen vorrangig leihweise überlassen. Zum Leistungsumfang können auch notwendige Anpassungen, Instandsetzung, Ersatzbeschaffung und die Einweisung in den Gebrauch gehören.
Versicherte ab 18 Jahren leisten bei technischen Pflegehilfsmitteln grundsätzlich eine Zuzahlung von 10 Prozent der Kosten, höchstens 25 Euro je Pflegehilfsmittel. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Befreiung über die Belastungsgrenze möglich sein.
Die Auswahl einzelner Geräte behandeln wir bewusst nicht vollständig auf diesem Hub. Im Ratgeber zu technischen Hilfsmitteln für die Pflege zu Hause werden Geräte nach dem konkreten Pflege- und Alltagsproblem eingeordnet.
Bedarf vor Produkt auswählen
Bei technischen Hilfen sollten Pflegesituation, vorhandene Fähigkeiten, Wohnumgebung und sichere Nutzung gemeinsam betrachtet werden.
Neben klassischen Pflegehilfsmitteln gibt es mit digitalen Pflegeanwendungen (DiPA) einen eigenen Leistungsbereich der Pflegeversicherung. DiPA können beispielsweise als App, browserbasierte Anwendung oder Software genutzt werden, um die Selbstständigkeit oder Fähigkeiten pflegebedürftiger Menschen zu unterstützen.
Seit Juli 2026 können darunter auch Anwendungen fallen, die pflegende Angehörige oder andere ehrenamtlich Pflegende unterstützen und dadurch die häusliche Versorgung stabilisieren oder die Pflegenden entlasten.
DiPA sind deshalb nicht einfach eine weitere Produktgruppe der klassischen Pflegehilfsmittel. Anspruch, zugelassene Anwendungen und Beantragung erklären wir im Ratgeber zu digitalen Pflegeanwendungen.
Wer hat Anspruch auf Pflegehilfsmittel?
Ein Anspruch kann grundsätzlich bereits ab Pflegegrad 1 bestehen. Voraussetzung ist, dass die pflegebedürftige Person im häuslichen Umfeld versorgt wird und das Pflegehilfsmittel einem Zweck der Pflegeversicherung dient.
Für die Einordnung sind insbesondere folgende Punkte relevant:
Es liegt ein anerkannter Pflegegrad vor.
Die Versorgung findet im häuslichen Umfeld statt.
Das Pflegehilfsmittel erleichtert die Pflege, lindert Beschwerden oder unterstützt eine selbstständigere Lebensführung.
Für die betreffende Versorgung ist nicht vorrangig die Krankenversicherung oder ein anderer Leistungsträger zuständig.
Ein Pflegegrad allein bedeutet nicht, dass jedes gewünschte Produkt übernommen wird. Die konkrete Versorgung muss zum Bedarf und zum jeweiligen Leistungsbereich passen.
Auch bei Pflegegrad 1 können Pflegehilfsmittel bereits relevant sein. Das ist besonders wichtig, weil manche anderen bekannten Pflegeleistungen erst ab höheren Pflegegraden gezahlt werden.
Pflegehilfsmittel beantragen: So funktioniert der Antrag
Pflegehilfsmittel werden bei der Pflegekasse beantragt. Eine ärztliche Verordnung ist für Pflegehilfsmittel grundsätzlich nicht erforderlich. Wichtig ist, dass der konkrete Bedarf und die gewünschte Versorgung nachvollziehbar sind.
Bedarf beschreiben: Welches konkrete Problem besteht im Pflegealltag?
Zuständigkeit prüfen: Gehört die gewünschte Versorgung zur Pflegeversicherung oder könnte beispielsweise die Krankenkasse zuständig sein?
Antrag stellen: Der Antrag wird bei der Pflegekasse eingereicht. Je nach Versorgung unterstützen auch Sanitätshäuser, Apotheken oder andere Leistungserbringer.
Vorhandene Empfehlung nutzen: Empfehlungen aus der Pflegebegutachtung oder von entsprechend qualifizierten Pflegefachpersonen können in das Verfahren einfließen.
Entscheidung abwarten: Insbesondere größere oder teurere Produkte sollten bei gewünschter Kostenübernahme nicht vorschnell privat angeschafft werden.
Empfehlen der Medizinische Dienst oder von der Pflegekasse beauftragte Gutachter im Rahmen der Pflegebegutachtung ein Hilfs- oder Pflegehilfsmittel und stimmt die pflegebedürftige Person zu, kann diese Empfehlung bereits als Antrag gelten.
Seit dem 1. September 2026 gelten neue Richtlinien für Empfehlungen durch Pflegefachpersonen. Werden deren Voraussetzungen erfüllt und verfügt die empfehlende Pflegefachperson über die erforderliche Eignung, wird die Erforderlichkeit beziehungsweise Notwendigkeit der empfohlenen Versorgung grundsätzlich vermutet. Die Kranken- oder Pflegekasse prüft weiterhin insbesondere die Wirtschaftlichkeit.
Fristen
Über einen Antrag auf Pflegehilfsmittel muss die Pflegekasse grundsätzlich spätestens innerhalb von drei Wochen entscheiden. Wird zur Prüfung nach § 40 Absatz 1 SGB XI eine Pflegefachperson oder der Medizinische Dienst beteiligt, beträgt die Frist fünf Wochen. Wurde das Pflegehilfsmittel von einer Pflegefachperson nach § 40 Absatz 6 SGB XI empfohlen, gilt wiederum eine Frist von höchstens drei Wochen. Kann die Pflegekasse eine Frist nicht einhalten, muss sie dies rechtzeitig schriftlich begründen. Erfolgt keine Mitteilung eines hinreichenden Grundes, gilt die Leistung nach Ablauf der jeweiligen Frist als genehmigt.
Wo bekommt man Pflegehilfsmittel?
Pflegehilfsmittel können je nach Produkt und Versorgungsvertrag beispielsweise über Sanitätshäuser, Apotheken oder andere zugelassene Leistungserbringer bezogen werden.
Bei technischen Pflegehilfsmitteln gehören Beratung, Anpassung, Lieferung und Einweisung häufig zum Versorgungsweg. Bei zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln kann ein Vertragspartner die Versorgung organisieren und direkt mit der Pflegekasse abrechnen.
Auch eine Kostenerstattung bei Selbstbeschaffung kann bei zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln möglich sein. Vor einem Eigenkauf sollte jedoch geklärt werden, welche Produkte anerkannt werden und welcher Abrechnungsweg vorgesehen ist.
Versorgungsweg vor dem Kauf klären
Direktabrechnung, Kostenerstattung und leihweise Versorgung sind unterschiedliche Wege und sollten nicht miteinander verwechselt werden.
Pflegehilfsmittel-Liste als PDF oder Katalog: Was ist aktuell?
Viele Angehörige suchen nach einer Pflegehilfsmittel-Liste als PDF, einem Katalog oder einer Liste ihrer Pflegekasse. Eine solche Übersicht kann zur Orientierung dienen, hat aber eine Schwäche: Das Hilfsmittel- und Pflegehilfsmittelverzeichnis wird fortlaufend aktualisiert.
Der GKV-Spitzenverband nimmt regelmäßig neue Produkte auf und ändert bestehende Einträge. Für ein konkretes Produkt ist deshalb das aktuelle digitale Hilfsmittel- und Pflegehilfsmittelverzeichnis zuverlässiger als eine ältere gespeicherte PDF-Datei.
Ein gelistetes Produkt wird außerdem nicht automatisch in jeder Pflegesituation übernommen. Bedarf, Versorgungssituation und Zuständigkeit müssen ebenfalls passen.
Pflegehilfsmittel oder Hilfsmittel der Krankenkasse: Was ist der Unterschied?
Pflegekasse und Krankenkasse können beide Hilfsmittel finanzieren, aber aus unterschiedlichen Gründen. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil davon Antrag und Versorgungsweg abhängen.
Bereich
Wofür gedacht?
Beispiele
Pflegehilfsmittel der Pflegekasse
Pflege erleichtern, Beschwerden lindern oder selbstständigere Lebensführung unterstützen
zum Beispiel Pflegebett, bestimmte Lagerungshilfen, Notrufsysteme oder Verbrauchsprodukte
Hilfsmittel der Krankenkasse
Krankheits- oder behinderungsbedingte Einschränkungen ausgleichen oder medizinische Versorgung unterstützen
je nach medizinischem Bedarf zum Beispiel Rollator, Rollstuhl oder bestimmte Bade- und Toilettenhilfen
Alltagshilfen
alltägliche Tätigkeiten vereinfachen
zum Beispiel Greifhilfen, einfache Küchenhelfer oder Anziehhilfen
Diese Einteilung dient der Orientierung. Welcher Kostenträger zuständig ist, hängt immer vom konkreten Produkt und seinem Versorgungszweck ab.
Einfache Alltagshilfen für Haushalt, Essen und Trinken, Anziehen, Körperpflege und Sicherheit behandeln wir im Ratgeber Hilfsmittel für Senioren.
Geht es speziell um sichere Lösungen für Dusche und Badewanne, hilft der Überblick zu Duschhilfen für Senioren bei der Auswahl und führt zu den passenden Detailseiten.
Vom Pflegeproblem zum passenden Ratgeber
Dieser Hub erklärt Pflegehilfsmittel als Gesamtleistung. Für konkrete Produktgruppen oder Alltagssituationen führen die folgenden Übersichten gezielt weiter.
Damit bleibt diese Seite die zentrale Übersicht zu Pflegehilfsmitteln, während die jeweiligen Unterseiten einzelne Produktgruppen und Spezialfragen ausführlicher behandeln.
Wenn Pflegehilfsmittel allein nicht mehr ausreichen
Ein passendes Pflegehilfsmittel kann einzelne Abläufe im Alltag deutlich erleichtern. Es übernimmt jedoch keine regelmäßige Haushaltsführung, Mahlzeitenzubereitung, Begleitung oder persönliche Anwesenheit.
Wenn neben Pflegehilfsmitteln regelmäßig Unterstützung im Alltag notwendig wird, sollte deshalb die gesamte Betreuungssituation betrachtet werden. Pflege-Schätzle berät Familien zur Betreuung zu Hause und vermittelt Betreuungskräfte aus Osteuropa über ausgewählte Partneragenturen. Diese können je nach Situation bei Haushalt, Mahlzeiten, Begleitung, Tagesstruktur, Mobilität und der täglichen Körperpflege unterstützen. Medizinische Behandlungspflege gehört nicht zu ihren Aufgaben.
Pflegehilfsmittel und persönliche Unterstützung sinnvoll verbinden: Erfahren Sie, wie vermittelte osteuropäische Pflegekräfte Familien im Alltag unterstützen können und welche Aufgaben davon zu unterscheiden sind.
Fazit: Pflegehilfsmittel gezielt auswählen und richtig beantragen
Pflegehilfsmittel können die Versorgung zu Hause spürbar erleichtern. Entscheidend ist nicht die Menge der Produkte, sondern ob das Pflegehilfsmittel zum konkreten Bedarf passt.
Bei zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln gilt derzeit eine monatliche Leistungsgrenze von bis zu 42 Euro. Technische Pflegehilfsmittel folgen einem anderen Versorgungsweg und werden in geeigneten Fällen vorrangig leihweise bereitgestellt. Hilfsmittel, die wegen Krankheit oder Behinderung benötigt werden, können wiederum in den Zuständigkeitsbereich der Krankenkasse fallen.
Wer Bedarf, Kostenträger und Bezugsweg zuerst klärt, kann die passende Versorgung gezielter auswählen und unnötige Eigenkäufe vermeiden.
24-Stunden-Pflege zu Hause kennenlernen
Wenn Pflegehilfsmittel nicht mehr ausreichen und dauerhaft persönliche Unterstützung im Alltag benötigt wird, erfahren Sie auf unserer Übersichtsseite, wie eine 24-Stunden-Pflege zu Hause organisiert werden kann und welche Aufgaben Betreuungskräfte übernehmen können.
Das Pflegehilfsmittelverzeichnis umfasst die Produktgruppen 50, 51, 52 und 54. Dazu gehören technische Pflegehilfsmittel sowie zum Verbrauch bestimmte Produkte. Entscheidend sind die konkrete Einordnung, der individuelle Bedarf und der Zweck der Versorgung.
Ab welchem Pflegegrad hat man Anspruch auf Pflegehilfsmittel?
Ein Anspruch kann bereits ab Pflegegrad 1 bestehen, wenn die Pflege im häuslichen Umfeld erfolgt und die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind. Der Pflegegrad allein bedeutet jedoch nicht, dass jedes gewünschte Produkt automatisch übernommen wird.
Was gehört zu den 40 beziehungsweise 42 Euro Pflegehilfsmitteln?
Gemeint sind zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel. Dazu gehören beispielsweise Einmalhandschuhe, Fingerlinge, bestimmte Schutzprodukte und Masken, saugende Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch sowie geeignete Hände- und Flächendesinfektionsmittel. Die aktuelle Leistungsgrenze beträgt bis zu 42 Euro monatlich.
Kann man sich die 42 Euro Pflegehilfsmittel auszahlen lassen?
Nicht als frei verfügbare monatliche Geldleistung. Die Pflegeversicherung finanziert beziehungsweise erstattet geeignete zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel bis zur gesetzlichen Höchstgrenze. Je nach Versorgungsweg kann die Abrechnung direkt über einen Leistungserbringer oder als Kostenerstattung erfolgen.
Ist Duschgel ein Pflegehilfsmittel?
Normales Duschgel gehört nicht zu den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln der Produktgruppe 54. Dass ein Produkt bei der Körperpflege verwendet wird, reicht für die Einordnung als Pflegehilfsmittel nicht aus.
Braucht man für Pflegehilfsmittel ein Rezept?
Eine ärztliche Verordnung ist für Pflegehilfsmittel grundsätzlich nicht erforderlich. Empfehlungen aus einer Pflegebegutachtung oder von entsprechend qualifizierten Pflegefachpersonen können je nach Versorgungsweg eine wichtige Rolle spielen.
Wie beantragt man Pflegehilfsmittel?
Pflegehilfsmittel werden bei der Pflegekasse beantragt. Je nach Versorgung können auch Sanitätshaus, Apotheke oder ein anderer Leistungserbringer bei der Antragstellung unterstützen.
Wie lange darf die Pflegekasse für die Entscheidung brauchen?
Grundsätzlich beträgt die Frist höchstens drei Wochen. Wird zur Prüfung nach § 40 Absatz 1 SGB XI eine Pflegefachperson oder der Medizinische Dienst beteiligt, beträgt sie fünf Wochen. Bei einer Empfehlung durch eine Pflegefachperson nach § 40 Absatz 6 SGB XI gilt wiederum die Drei-Wochen-Frist.
Was ist der Unterschied zwischen Pflegehilfsmitteln und Hilfsmitteln der Krankenkasse?
Pflegehilfsmittel sollen insbesondere die häusliche Pflege erleichtern, Beschwerden lindern oder eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen. Hilfsmittel der Krankenkasse werden dagegen typischerweise wegen Krankheit oder Behinderung benötigt. Welcher Kostenträger zuständig ist, hängt vom konkreten Produkt und seinem Versorgungszweck ab.
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