Durch das Einsinken wird die Auflagefläche größer. Entscheidend ist jedoch, dass die Matratze auch zu Beweglichkeit, Gewicht und Pflegealltag passt.
Eine Weichlagerungsmatratze kann bei erhöhtem Dekubitusrisiko helfen, Druck auf gefährdete Körperstellen besser zu verteilen. Sie lässt den Körper stärker in die Liegefläche einsinken und vergrößert dadurch die Auflagefläche.
Ob eine solche Antidekubitusmatratze sinnvoll ist, hängt nicht allein von langen Liegezeiten ab. Entscheidend sind unter anderem Eigenbewegung, Hautzustand, Schmerzen, Körpergewicht, Transfersituation und das vorhandene Bett. Eine Weichlagerungsmatratze ersetzt außerdem weder Hautbeobachtung noch notwendige Positionswechsel oder eine professionelle Versorgung bei bestehenden Wunden.
Eine Weichlagerungsmatratze ist eine spezielle druckverteilende Matratze. Ihr Material gibt stärker nach als bei einer üblichen Matratze, sodass der Körper tiefer einsinken kann. Dadurch verteilt sich das Körpergewicht auf eine größere Fläche und einzelne besonders belastete Körperstellen werden weniger punktuell beansprucht.
Im Zusammenhang mit der Dekubitusversorgung wird deshalb auch von einer Antidekubitusmatratze oder umgangssprachlich einer Dekubitusmatratze gesprochen. Weichlagerung ist jedoch nur eines von mehreren möglichen Wirkprinzipien.
Durch das Einsinken wird die Auflagefläche größer. Entscheidend ist jedoch, dass die Matratze auch zu Beweglichkeit, Gewicht und Pflegealltag passt.
Eine Weichlagerungsmatratze ist nicht mit einer besonders weichen normalen Komfortmatratze gleichzusetzen. Bei einer medizinischen Antidekubitusversorgung spielen Produkteigenschaften, Einsatzbereich und individuelle Eignung eine wichtige Rolle.
Geht es dagegen vor allem um Schlafkomfort, Einstiegshöhe, Härtegrad oder eine stabile Sitzkante ohne besonderen Antidekubitusbedarf, gehört die Frage eher zu unserem Ratgeber über Matratzen für Senioren. Weitere Positionierungs- und Unterstützungsmöglichkeiten ordnen wir unter Lagerungshilfen ein.
Eine Weichlagerungsmatratze kann insbesondere dann geprüft werden, wenn eine Person längere Zeit liegt und ihre Position nicht mehr ausreichend selbst verändern kann. Das Risiko entsteht nicht allein durch „Bettlägerigkeit“, sondern durch anhaltenden Druck und die individuelle körperliche Situation.
Eine fachliche Einschätzung ist besonders sinnvoll, wenn:
Bei eingeschränkter Mobilität sollte dabei nicht nur die Matratze betrachtet werden. Unser Ratgeber zur Bettlägerigkeit erläutert, welche weiteren Auswirkungen lange Liegezeiten im Pflegealltag haben können.
Bestehen bereits offene Hautstellen, Wunden, zunehmende Schmerzen, Fieber oder nässende Veränderungen, gehört die Situation in medizinische beziehungsweise pflegefachliche Hände. Eine andere Matratze allein ersetzt keine Wundbehandlung.
Bei einer klassischen Weichlagerungsmatratze erfolgt die Druckverteilung über das Matratzenmaterial. Der Körper sinkt an belasteten Stellen ein und erhält dadurch eine größere Kontaktfläche.
Gefährdete Stellen werden dadurch nicht vollständig druckfrei. Ziel ist vielmehr, ungünstige Druckspitzen zu reduzieren und die Liegesituation besser an die individuelle Person anzupassen.
Auch deshalb sollte eine Antidekubitusmatratze nicht als alleinige Dekubitusprophylaxe verstanden werden. Eigenbewegung, erforderliche Positionswechsel, Hautbeobachtung und weitere pflegerische beziehungsweise medizinische Maßnahmen bleiben je nach Situation wichtig.
Weichlagerungsmatratzen haben gegenüber aktiven Luftsystemen praktische Vorteile, können gleichzeitig aber neue Schwierigkeiten verursachen. Diese Abwägung ist für die Auswahl entscheidend.
| Möglicher Vorteil | Möglicher Nachteil |
|---|---|
| Druck wird über eine größere Körperfläche verteilt | Starkes Einsinken kann Eigenbewegung erschweren |
| Kein elektrischer Antrieb erforderlich | Aufrichten und Transfer an die Bettkante können schwieriger werden |
| Keine Pumpe und damit kein Pumpengeräusch | Ein sehr weiches Liegegefühl wird nicht von jeder Person als angenehm empfunden |
| Je nach Modell gut in ein geeignetes Pflegebett integrierbar | Matratzenhöhe und Einsinktiefe können Bettfunktionen oder Seitensicherungen beeinflussen |
| Geeignete hygienische Schutzbezüge sind verfügbar | Wärme und Feuchtigkeit müssen im individuellen Alltag berücksichtigt werden |
Besonders wichtig ist die Eigenbewegung: Eine Matratze kann im Liegen eine gute Druckverteilung ermöglichen, gleichzeitig aber das Drehen, Aufsetzen oder den Transfer erschweren. Festere Randzonen können je nach Modell das Sitzen an der Bettkante unterstützen.
„Möglichst weich“ ist deshalb kein sinnvolles Auswahlziel. Die Liegefläche muss Druckverteilung und die vorhandene Mobilität miteinander vereinbaren.
Die Frage „Weichlagerungsmatratze oder Wechseldruckmatratze?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Beide Systeme gehören zur Antidekubitusversorgung, arbeiten aber nach unterschiedlichen Prinzipien.
| System | Funktionsprinzip | Praktische Besonderheiten |
|---|---|---|
| Weichlagerungsmatratze | Druckverteilung durch Einsinken in spezielle Materialien | kein Strom und keine Pumpe; Eigenbewegung kann bei starker Weichlagerung erschwert sein |
| Weichlagerungsauflage | zusätzliche druckverteilende Auflage auf einer vorhandenen Liegefläche | verändert Gesamthöhe und Eigenschaften des bestehenden Bettsystems |
| Wechseldruckmatratze | Luftkammern werden abwechselnd be- und entlastet | Pumpe und Strom erforderlich; Geräusch und wechselndes Liegegefühl möglich |
Eine Wechseldruckmatratze ist nicht automatisch die bessere oder stärkere Lösung. Ebenso ist eine Weichlagerungsmatratze nicht automatisch geeigneter, nur weil sie ohne Strom auskommt.
Welche Versorgung passt, hängt unter anderem von Dekubitusrisiko beziehungsweise bestehender Wundsituation, Eigenbewegung, Schmerzempfinden, Körpergewicht, Transfers und dem geplanten Pflegeablauf ab. Bei bestehendem Dekubitus sollte die Auswahl der Liegefläche fachlich abgestimmt werden.
Matratzenmaß, Höhe, Beweglichkeit des Bettes und sichere Transfers müssen zusammenpassen.
Bei einem Pflegebett muss die Matratze nicht nur die richtige Länge und Breite haben. Auch Matratzenhöhe, Biegsamkeit und die Nutzung der verstellbaren Liegefläche spielen eine Rolle.
Vor der Auswahl sollten folgende Punkte geprüft werden:
Ein zusätzlicher Matratzenschoner oder eine beliebige Auflage sollte nicht ungeprüft verwendet werden. Zusätzliche Schichten können die vorgesehenen Eigenschaften der Liegefläche verändern.
Bei längeren Liegezeiten gehören auch Reinigung und Feuchtigkeitsmanagement zur Auswahl. Ein geeigneter Bezug sollte nach den Vorgaben des jeweiligen Systems gereinigt werden können und dessen vorgesehene Eigenschaften möglichst nicht beeinträchtigen.
Bei Inkontinenz ist ein geeigneter Flüssigkeitsschutz besonders wichtig. Gleichzeitig sollte nicht einfach eine zusätzliche luftundurchlässige Schicht auf die Matratze gelegt werden, wenn dadurch Druckverteilung, Feuchtigkeitsabgabe oder andere Produkteigenschaften verändert werden könnten.
Welche Kombination aus Matratze, Schutzbezug und Inkontinenzversorgung geeignet ist, sollte deshalb anhand des konkreten Produkts und der individuellen Situation gewählt werden.
Eine druckverteilende Matratze ist ein Hilfsmittel und kein vollständiges Versorgungskonzept. Wie gut sich eine Person selbst bewegt, wie lange bestimmte Positionen eingehalten werden, wie sich die Haut verändert und welche weiteren Erkrankungen oder Einschränkungen bestehen, bleibt entscheidend.
Besonders wichtig ist, Veränderungen früh wahrzunehmen. Auffällige Rötungen, Druckschmerzen, Hautschäden oder eine deutlich sinkende Eigenbewegung sollten Anlass sein, die Versorgung neu beurteilen zu lassen.
Grundlagen zu Entstehung, Warnzeichen und gefährdeten Körperstellen behandeln wir getrennt im Ratgeber Dekubitus erkennen und vermeiden. Auf dieser Seite bleibt der Schwerpunkt bewusst bei der Weichlagerungsmatratze und ihrer Auswahl.
Bei medizinischer Notwendigkeit kann eine Antidekubitus-Matratze über die gesetzliche Krankenkasse versorgt werden. Hilfsmittel gegen Dekubitus werden im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands in Produktgruppe 11 geführt.
Im üblichen Versorgungsweg beurteilt die behandelnde Praxis den medizinischen Bedarf und stellt gegebenenfalls eine Verordnung aus. Anschließend erfolgt die Versorgung über einen Vertragspartner der jeweiligen Krankenkasse.
Welche Matratzenart konkret eingesetzt wird, sollte sich am Gesundheitszustand und am individuellen Versorgungsbedarf orientieren. Ein Rezept bedeutet deshalb nicht automatisch, dass jedes gewünschte Modell übernommen wird.
Nicht vorschnell privat kaufen: Eine selbst beschaffte Matratze wird nicht automatisch nachträglich von der Krankenkasse erstattet. Wer eine Kassenversorgung anstrebt, sollte den vorgesehenen Versorgungsweg vorher klären.
Bei einer Versorgung als Hilfsmittel der gesetzlichen Krankenversicherung leisten volljährige Versicherte grundsätzlich eine gesetzliche Zuzahlung von 10 Prozent der Kosten, mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro, sofern keine Zuzahlungsbefreiung besteht. Die Zuzahlung darf außerdem nicht höher sein als die tatsächlichen Kosten des Hilfsmittels.
Davon zu unterscheiden sind freiwillige Mehrkosten. Entscheidet sich die versicherte Person bewusst für eine Ausstattung, die über die medizinisch notwendige Versorgung hinausgeht, können zusätzliche private Kosten entstehen.
Einen allgemeinen Überblick über die unterschiedlichen Leistungswege bietet unser Ratgeber zu Pflegehilfsmitteln.
Eine Weichlagerungsmatratze deckt nur einen Teil der häuslichen Versorgung ab. Wenn zusätzlich regelmäßig Unterstützung bei Mobilität, Mahlzeiten, Haushalt, Begleitung oder Tagesstruktur benötigt wird, sollte der gesamte Hilfebedarf betrachtet werden.
Eine Betreuungskraft kann bei alltäglichen Abläufen, Haushaltsführung, Mahlzeiten und Begleitung unterstützen. Die Behandlung eines Dekubitus, professionelle Wundversorgung und andere medizinische Behandlungspflege gehören dagegen in die Hände entsprechend qualifizierter Fachkräfte.
Wenn eine Weichlagerungsmatratze einen Teil der Versorgung abdeckt, im Alltag aber regelmäßig Unterstützung bei Mobilität, Haushalt, Mahlzeiten, Begleitung oder Tagesstruktur benötigt wird, kann eine osteuropäische Pflegekraft eine mögliche Unterstützung zu Hause sein. Die Behandlung eines Dekubitus, professionelle Wundversorgung und andere medizinische Behandlungspflege gehören dabei nicht zu den Aufgaben einer häuslichen Betreuungskraft.
Weitere Hilfsmittel für Mobilität, Sicherheit und häusliche Versorgung ordnen wir im Überblick zu technischen Hilfsmitteln für die Pflege zu Hause ein.
Eine Weichlagerungsmatratze kann bei erhöhtem Dekubitusrisiko ein sinnvoller Bestandteil der Versorgung sein. Sie verteilt Druck über eine größere Auflagefläche und benötigt im Gegensatz zu einem Wechseldrucksystem keine elektrische Pumpe.
Entscheidend ist jedoch nicht, möglichst weich zu liegen. Die Matratze muss zu Körpergewicht, Eigenbewegung, Hautzustand, Transfers und vorhandenem Bett passen. Gerade starkes Einsinken kann die selbstständige Bewegung oder das Aufstehen erschweren.
Bei einem bestehenden Dekubitus oder deutlichen Hautveränderungen sollte die Auswahl der geeigneten Liegefläche Teil einer fachlich abgestimmten Versorgung sein. Wird eine Kostenübernahme angestrebt, sollte außerdem der Krankenkassenweg vor einem privaten Kauf geklärt werden.
Wenn Mobilität, Haushalt, Mahlzeiten oder die tägliche Begleitung zunehmend Unterstützung erfordern, erfahren Sie auf unserer Übersichtsseite, wie Betreuung zu Hause organisiert werden kann.
Eine Weichlagerungsmatratze ist eine spezielle druckverteilende Antidekubitusmatratze. Der Körper sinkt stärker ein, wodurch sich die Auflagefläche vergrößert und punktuelle Druckbelastungen reduziert werden können.
Sie kann bei medizinisch festgestelltem Bedarf infrage kommen, beispielsweise bei deutlich eingeschränkter Eigenbewegung und erhöhtem Dekubitusrisiko. Welche Art der Antidekubitusversorgung geeignet ist, sollte anhand der individuellen Situation entschieden werden.
Sie verteilt Druck ohne elektrische Pumpe und arbeitet ohne Pumpengeräusch. Durch starkes Einsinken können Eigenbewegung, Aufrichten und Transfers jedoch schwieriger werden. Auch Wärme, Feuchtigkeit und Bettkompatibilität müssen berücksichtigt werden.
Keine Variante ist grundsätzlich besser. Beide Systeme funktionieren unterschiedlich und müssen zum individuellen Risiko, zur Beweglichkeit, zum Hautzustand und zur gesamten Versorgung passen.
Im üblichen Versorgungsweg der gesetzlichen Krankenversicherung wird bei medizinischer Notwendigkeit eine ärztliche Verordnung für eine Antidekubitus-Matratze genutzt. Der konkrete Ablauf sollte mit Krankenkasse und Vertragspartner geklärt werden.
Bei medizinischer Notwendigkeit kann eine Antidekubitus-Matratze über die gesetzliche Krankenkasse bereitgestellt werden. Welche konkrete Matratzenart bewilligt wird, richtet sich nach dem festgestellten Bedarf und dem jeweiligen Versorgungsweg.
Nein. Eine Auflage wird auf eine vorhandene Liegefläche gelegt und verändert dadurch Höhe und Eigenschaften des gesamten Bettsystems. Sie ist nicht automatisch gleichwertig mit einer vollständigen Antidekubitusmatratze.
Das lässt sich nicht allein anhand des Dekubitusstadiums oder einer Produktbezeichnung entscheiden. Hautzustand, Mobilität, Schmerzen und weitere Versorgungsfaktoren sollten fachlich beurteilt und die passende Liegefläche entsprechend ausgewählt werden.
Der Bezug sollte für das konkrete Matratzensystem vorgesehen, hygienisch aufbereitbar und bei Bedarf gegen Flüssigkeit geschützt sein. Zusätzliche Auflagen sollten die vorgesehenen Eigenschaften der Matratze nicht beeinträchtigen.

