Pflege-Pauschbetrag 2026: Höhe, Voraussetzungen und Steuererklärung
Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, kann dafür unter bestimmten Voraussetzungen den Pflege-Pauschbetrag in der Steuererklärung nutzen. Für 2026 beträgt er je nach Pflegegrad 600, 1.100 oder 1.800 Euro pro Jahr. Damit werden typische persönliche Pflegeaufwendungen steuerlich berücksichtigt, ohne dass jede einzelne Ausgabe nachgewiesen werden muss.
Der Pflege-Pauschbetrag ist allerdings keine Auszahlung der Pflegekasse und auch keine automatische Steuererstattung. Er mindert das steuerlich zu berücksichtigende Einkommen. Wie viel Steuern Sie tatsächlich sparen, hängt von Ihrer persönlichen Steuerberechnung ab.
Ob Sie den Pflege-Pauschbetrag bekommen, hängt vor allem vom Pflegegrad, Ihrer eigenen persönlichen Pflegeleistung und der Unentgeltlichkeit der Pflege ab. Besonders wichtig ist die Frage, ob Sie Geld oder weitergegebenes Pflegegeld für die Pflege erhalten.
Hier erfahren Sie, welche Voraussetzungen 2026 gelten, wie Sie den Pflege-Pauschbetrag in ELSTER eintragen und was bei mehreren Pflegepersonen, Pflegegeld oder zusätzlicher professioneller Betreuung zu beachten ist.
Das Wichtigste in Kürze
Pflegegrad 2: 600 Euro Pflege-Pauschbetrag pro Jahr.
Pflegegrad 3: 1.100 Euro pro Jahr.
Pflegegrad 4 oder 5: 1.800 Euro pro Jahr.
Auch bei nachgewiesener Hilflosigkeit, beispielsweise durch Merkzeichen H, können 1.800 Euro gelten.
Sie müssen selbst in nennenswertem Umfang persönlich pflegen und dürfen dafür grundsätzlich keine Einnahmen erhalten.
Die Pflege muss in Ihrer Wohnung oder in der Wohnung der gepflegten Person innerhalb der EU oder des EWR stattfinden.
Bei einem Pflegegradwechsel zählt der höchste im Kalenderjahr festgestellte Pflegegrad.
Pflegen mehrere anspruchsberechtigte Personen denselben Menschen, wird der Pauschbetrag aufgeteilt.
Der Eintrag erfolgt in der Anlage Außergewöhnliche Belastungen der Einkommensteuererklärung.
Die steuerliche Identifikationsnummer der gepflegten Person muss angegeben werden.
Was ist der Pflege-Pauschbetrag?
Der Pflege-Pauschbetrag ist eine steuerliche Entlastung nach § 33b Absatz 6 Einkommensteuergesetz (EStG). Er richtet sich an Menschen, die eine pflegebedürftige Person persönlich und grundsätzlich unentgeltlich pflegen.
Die Pauschale vereinfacht den steuerlichen Abzug: Statt typische eigene Pflegeaufwendungen einzeln nachzuweisen, kann die pflegende Person bei erfüllten Voraussetzungen einen gesetzlich festgelegten Jahresbetrag geltend machen.
Der Anspruch gehört der pflegenden Person. Das ist ein wichtiger Unterschied zum Pflegegeld, das grundsätzlich an die pflegebedürftige Person gezahlt wird.
Auch eine nahestehende Person außerhalb der Familie kann unter bestimmten Voraussetzungen begünstigt sein. Eine reine berufliche Betreuung oder eine lediglich formale Betreuerstellung reicht jedoch nicht aus. Welche Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten darüber hinaus bestehen, erklärt unser Überblick für pflegende Angehörige.
Wie hoch ist der Pflege-Pauschbetrag 2026?
Der Pflege-Pauschbetrag 2026 beträgt 600 Euro bei Pflegegrad 2, 1.100 Euro bei Pflegegrad 3 und 1.800 Euro bei Pflegegrad 4 oder 5. Auch bei nachgewiesener Hilflosigkeit ist ein Jahresbetrag von 1.800 Euro möglich.
Diese Beträge gelten für das Steuerjahr 2026 und sind in § 33b Absatz 6 EStG festgelegt. Pflegegrad 1 allein begründet keinen Anspruch.
Pflege-Pauschbetrag 2026: Tabelle nach Pflegegrad
Pflegegrad / Nachweis
Pflege-Pauschbetrag pro Jahr
Bei zwei berechtigten Pflegepersonen je Person
Pflegegrad 1
Kein Anspruch allein aufgrund des Pflegegrads
–
Pflegegrad 2
600 €
300 €
Pflegegrad 3
1.100 €
550 €
Pflegegrad 4 oder 5
1.800 €
900 €
Nachgewiesene Hilflosigkeit, z. B. Merkzeichen H
1.800 €
900 €
Die Beträge sind keine Zahlungen an die Pflegeperson. Sie werden in der Einkommensteuer berücksichtigt. Auch wenn mehrere Anspruchsgrundlagen vorliegen, entsteht daraus kein mehrfacher Pauschbetrag für dieselbe gepflegte Person.
Was gilt bei einem höheren Pflegegrad im laufenden Jahr?
Wird der Pflegegrad während des Kalenderjahres erstmals festgestellt oder geändert, gilt für den Pflege-Pauschbetrag der höchste im Jahr festgestellte Pflegegrad. Wer beispielsweise im Frühjahr Pflegegrad 2 und im Herbst Pflegegrad 3 erhält, kann für das betreffende Kalenderjahr grundsätzlich den Betrag von 1.100 Euro zugrunde legen.
Der Pflege-Pauschbetrag wird grundsätzlich als Jahresbetrag berücksichtigt und nicht entsprechend der Zahl der Pflegemonate aufgeteilt. Die persönlichen Anspruchsvoraussetzungen müssen im maßgeblichen Zeitraum allerdings tatsächlich erfüllt gewesen sein.
Wer hat Anspruch auf den Pflege-Pauschbetrag?
Anspruch kann haben, wer einen pflegebedürftigen Menschen persönlich, in nennenswertem Umfang und grundsätzlich ohne Einnahmen pflegt. Die Pflege muss in der eigenen Wohnung oder in der Wohnung der gepflegten Person innerhalb der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums stattfinden.
Ein bestehender Pflegegrad alleine genügt nicht. Die Pflegeperson muss selbst Pflegeleistungen erbringen. Ebenso wenig reicht es aus, lediglich als Kontaktperson bei der Pflegekasse angegeben zu sein.
Voraussetzung
Was gilt?
Worauf kommt es an?
Pflegegrad
Mindestens Pflegegrad 2 oder nachgewiesene Hilflosigkeit
Pflegegradbescheid oder geeigneter Nachweis
Persönliche Pflege
Nennenswerte eigene Pflegeleistung
Tatsächlich übernommene Pflegeaufgaben
Vergütung
Grundsätzlich keine Einnahmen für die Pflege
Auch weitergegebenes Pflegegeld beachten
Pflegeort
Eigene Wohnung oder Wohnung der gepflegten Person
Wohnung innerhalb der EU oder des EWR
Persönliche Beziehung
Angehörige oder unter Umständen andere nahestehende Menschen
Nicht nur eine berufliche oder formale Betreuerstellung
Steuererklärung
Angaben zum Pflege-Pauschbetrag erforderlich
Insbesondere Steuer-ID der gepflegten Person
Wie viele Stunden muss ich persönlich pflegen?
Für den Pflege-Pauschbetrag gibt es keine gesetzliche Mindestgrenze von zehn Pflegestunden pro Woche. Diese Stundengrenze gehört zur sozialrechtlichen Absicherung von Pflegepersonen und darf nicht mit dem steuerlichen Pauschbetrag verwechselt werden.
Die persönliche Pflege darf aber nicht nur eine unbedeutende Nebenleistung sein. Das gilt beispielsweise, wenn fast die gesamte Pflege durch eine Einrichtung erfolgt und Angehörige lediglich gelegentlich zu Besuch kommen. Die Rechtsprechung berücksichtigt den tatsächlichen Umfang der eigenen Pflege. Eine feste Zehn-Prozent-Grenze sollte deshalb nicht als allgemeine gesetzliche Regel verstanden werden.
Muss die gepflegte Person ein Angehöriger sein?
Nein, eine Verwandtschaft ist nicht in jedem Fall zwingend. Auch die persönliche Pflege eines nahestehenden Menschen kann begünstigt sein. Eine rein formale rechtliche Betreuung oder eine berufliche Pflegetätigkeit begründet für sich genommen aber keinen Anspruch.
Müssen wir im selben Haushalt wohnen?
Nein. Sie können beispielsweise Ihre Mutter in deren eigener Wohnung pflegen und selbst an einer anderen Adresse wohnen. Entscheidend ist, dass Sie die Pflege persönlich in einer der gesetzlich vorgesehenen Wohnungen durchführen.
Pflege-Pauschbetrag und Pflegegeld: Was ist erlaubt?
Die Unentgeltlichkeit ist eine zentrale Voraussetzung. Wer für die Pflege Einnahmen erhält, kann den Pflege-Pauschbetrag grundsätzlich nicht beanspruchen. Das betrifft nicht nur ein reguläres Entgelt, sondern unter Umständen auch Pflegegeld, das von der pflegebedürftigen Person an die Pflegeperson weitergegeben wird.
Dabei muss zwischen zwei Situationen unterschieden werden: Bekommt die Pflegeperson Geld als persönliche Anerkennung oder Vergütung? Oder verwaltet sie das Geld nur für die Ausgaben der pflegebedürftigen Person?
Wichtig beim Pflegegeld:
Selbst wenn eine Zahlung für Angehörigenpflege einkommensteuerfrei ist, kann sie beim Pflege-Pauschbetrag als schädliche Einnahme gelten. Eine rein treuhänderische Verwaltung für die gepflegte Person kann anders zu beurteilen sein, wenn dies nachvollziehbar dokumentiert wird.
Beispiel: Die Mutter gibt ihrer Tochter Pflegegeld weiter
Eine Tochter pflegt ihre Mutter mit Pflegegrad 3. Die Mutter überweist ihr monatlich einen Teil des Pflegegeldes als Anerkennung für die Pflege. Diese Zahlungen können den Anspruch auf den Pflege-Pauschbetrag ausschließen. Es genügt nicht, darauf hinzuweisen, dass das Pflegegeld ursprünglich von der Pflegekasse stammt.
Beispiel: Das Pflegegeld wird nur verwaltet
Übernimmt die Tochter lediglich die Verwaltung des Pflegegeldes und bezahlt davon nachweisbar Ausgaben für die Mutter, liegt möglicherweise keine eigene Einnahme für die Pflege vor. Die tatsächliche Verwendung und die Absprachen sollten nachvollziehbar sein.
Eine ausdrückliche gesetzliche Sonderregel besteht zudem für Eltern, die Pflegegeld für ihr Kind mit Behinderung erhalten. Dieses Pflegegeld zählt für den Pflege-Pauschbetrag nicht als schädliche Einnahme. Die übrigen Voraussetzungen gelten weiterhin.
Wo trage ich den Pflege-Pauschbetrag in der Steuererklärung ein?
Der Pflege-Pauschbetrag wird in der Anlage Außergewöhnliche Belastungen der Einkommensteuererklärung eingetragen. In Mein ELSTER gibt es dafür den entsprechenden Abschnitt. Dort werden unter anderem Angaben zur gepflegten Person, zum Pflegegrad und zu weiteren anspruchsberechtigten Pflegepersonen benötigt.
Einkommensteuererklärung öffnen: Wählen Sie das Kalenderjahr, in dem Sie gepflegt haben.
Anlage Außergewöhnliche Belastungen auswählen: Öffnen Sie den Bereich für den Pflege-Pauschbetrag.
Gepflegte Person angeben: Erfassen Sie die abgefragten persönlichen Daten und die steuerliche Identifikationsnummer.
Pflegegrad eintragen: Nutzen Sie den maßgeblichen Pflegegradbescheid oder einen Nachweis der Hilflosigkeit.
Angaben zur Pflege machen: Geben Sie die persönliche Pflegeleistung und etwaige Einnahmen korrekt an.
Weitere Pflegepersonen berücksichtigen: Prüfen Sie, ob der Pauschbetrag aufzuteilen ist.
Angaben kontrollieren: Halten Sie mögliche Nachweise für eine Rückfrage des Finanzamts bereit.
Eine zusätzliche Antragstellung bei der Pflegekasse ist für den steuerlichen Pflege-Pauschbetrag nicht erforderlich. Über die steuerliche Anerkennung entscheidet das Finanzamt.
Welche Nachweise brauche ich?
Wichtig ist zunächst ein geeigneter Nachweis über Pflegegrad oder Hilflosigkeit. Außerdem können Angaben zu den übernommenen Pflegeaufgaben und zu Geldzahlungen erforderlich sein. Gerade bei geteilter Pflege oder zusätzlicher professioneller Versorgung kann eine kurze Dokumentation des eigenen Pflegeanteils hilfreich sein.
Den Zweck der Pauschale sollten Sie dabei nicht aus den Augen verlieren: Für die typischen eigenen Pflegeaufwendungen müssen nicht sämtliche Einzelbelege zusammengestellt werden. Das Finanzamt darf jedoch prüfen, ob die Anspruchsvoraussetzungen tatsächlich vorliegen.
Steuererklärung vorbereiten
Pflegegradbescheid, Steuer-ID und Angaben zur persönlichen Pflege sind die wichtigsten Grundlagen für den Eintrag.
Wie viel Steuern spare ich mit dem Pflege-Pauschbetrag?
Der Pflege-Pauschbetrag ist ein Steuerabzug und keine direkte Auszahlung. Ein Jahresbetrag von 1.100 Euro bedeutet daher nicht, dass Ihnen das Finanzamt 1.100 Euro überweist.
Wie viel Einkommensteuer tatsächlich entfällt, hängt vom steuerlichen Einkommen und der individuellen Berechnung ab. Als vereinfachtes Rechenbeispiel kann ein Abzug von 1.100 Euro bei einer angenommenen steuerlichen Wirkung von 30 Prozent zu ungefähr 330 Euro Steuerentlastung führen. Das ist keine allgemeingültige Erstattung.
Wenn bereits keine Einkommensteuer anfällt, ergibt sich durch den Pflege-Pauschbetrag allein grundsätzlich keine zusätzliche Auszahlung.
Wie wird der Pflege-Pauschbetrag auf mehrere Personen aufgeteilt?
Pflegen mehrere anspruchsberechtigte Personen denselben Menschen, wird der Pflege-Pauschbetrag nach der Zahl dieser Pflegepersonen geteilt. Er wird nicht automatisch der Person zugesprochen, die den größten Zeitanteil übernimmt.
Beispiel: Zwei Geschwister pflegen ihre Mutter mit Pflegegrad 4 persönlich und unentgeltlich. Beide erfüllen die gesetzlichen Voraussetzungen. Der Pflege-Pauschbetrag von 1.800 Euro wird aufgeteilt. Jeder kann grundsätzlich 900 Euro in seiner Steuererklärung geltend machen.
Die Aufteilung ist nicht mit einer Vergütung für tatsächlich geleistete Stunden gleichzusetzen. Auch die bloße Tatsache, dass nur eine Person den Betrag in ihrer Steuererklärung beantragt, führt nicht automatisch zum vollen Pauschbetrag.
Kann ich für zwei Angehörige den Pflege-Pauschbetrag bekommen?
Ja. Wer beispielsweise beide Elternteile persönlich und unentgeltlich pflegt, kann für jede gepflegte Person einen eigenen Pflege-Pauschbetrag beanspruchen, wenn die Voraussetzungen jeweils erfüllt sind. Pflegegrad, persönliche Pflege und weitere Pflegepersonen sind getrennt zu prüfen.
Gibt es den Pflege-Pauschbetrag auch bei Pflege im Heim?
Ein Pflegeheim schließt den Pflege-Pauschbetrag nicht in jedem Fall automatisch aus. Entscheidend ist, ob eine persönliche Pflege in einer steuerrechtlich anerkennungsfähigen Wohnsituation stattfindet und die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind.
Allein regelmäßige Besuche oder die Organisation von Arztterminen reichen allerdings nicht ohne Weiteres aus. Wer einen nahestehenden Menschen im Heim unterstützt, sollte besonders sorgfältig dokumentieren, welche Pflegeaufgaben persönlich übernommen werden und wie sich diese zum gesamten Pflegebedarf verhalten.
Bei betreutem Wohnen kommt es ebenfalls auf die konkrete Wohn- und Pflegesituation an. Die Bezeichnung der Wohnform allein entscheidet nicht über die Anerkennung.
Pflege-Pauschbetrag oder tatsächliche Pflegekosten absetzen?
Der Pflege-Pauschbetrag ersetzt den Nachweis typischer eigener Pflegeaufwendungen. Wenn jedoch hohe tatsächlich selbst getragene Kosten bestehen, kann zu prüfen sein, ob stattdessen ein Abzug als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG günstiger ist.
Bei tatsächlichen außergewöhnlichen Belastungen spielt unter anderem die individuell berechnete zumutbare Belastung eine Rolle. Deshalb lässt sich nicht pauschal behaupten, die Einzelabrechnung sei immer günstiger.
Auch Steuerermäßigungen für bestimmte haushaltsnahe Dienstleistungen oder Pflege- und Betreuungsleistungen können unter eigenen Voraussetzungen relevant sein. Dieselben Ausgaben dürfen nicht mehrfach steuerlich berücksichtigt werden.
Der Pflegegrad bestimmt die mögliche Höhe. Bei einem Wechsel im Kalenderjahr ist grundsätzlich der höchste festgestellte Grad maßgeblich.
Pflege-Pauschbetrag trotz zusätzlicher Betreuung zu Hause?
Viele Familien organisieren die Pflege gemeinsam mit einem ambulanten Pflegedienst oder einer Betreuungskraft. Das kann die Versorgung stabilisieren und pflegende Angehörige entlasten. Eine solche Unterstützung schließt den Pflege-Pauschbetrag nicht automatisch aus.
Entscheidend ist, dass die Angehörigen weiterhin selbst in nennenswertem Umfang persönlich pflegen und dafür grundsätzlich keine Einnahmen erhalten. Übernimmt eine professionelle Kraft nahezu die gesamte Versorgung, ist der eigene Pflegeanteil besonders sorgfältig zu prüfen.
Die Kosten für eine zusätzliche Betreuung sind steuerlich ein anderes Thema als der Pflege-Pauschbetrag. Welche Ausgaben unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich relevant sein können, muss gesondert betrachtet werden.
Wenn Angehörige zusätzliche Entlastung brauchen
Bei regelmäßigem Unterstützungsbedarf im Alltag können osteuropäische Betreuungskräfte bei Haushalt, Mahlzeiten und persönlicher Begleitung helfen. Sie ersetzen keine erforderliche medizinische Behandlungspflege.
Diese Fehler sollten Sie beim Pflege-Pauschbetrag vermeiden
Die häufigsten Missverständnisse entstehen nicht bei der Höhe des Pauschbetrags, sondern bei den Anspruchsvoraussetzungen. Vor Abgabe der Einkommensteuererklärung sollten Sie insbesondere Folgendes prüfen:
Pflegegrad alleine reicht nicht: Die eigene persönliche Pflegeleistung ist erforderlich.
Pflegegrad 1 genügt nicht automatisch: Eine Ausnahme kann bei gesondert nachgewiesener Hilflosigkeit bestehen.
Weitergegebenes Pflegegeld nicht übersehen: Auch steuerfreie Zahlungen können als Einnahmen für die Pflege gelten.
Mehrere Pflegepersonen berücksichtigen: Der Pauschbetrag kann aufzuteilen sein.
Keine doppelte steuerliche Berücksichtigung: Dieselben Aufwendungen dürfen nicht mehrfach angesetzt werden.
Steuer-ID bereithalten: Die Identifikationsnummer der gepflegten Person ist gesetzlich erforderlich.
Pflegeaufgaben dokumentieren: Besonders bei Pflegeheimen oder umfangreicher externer Versorgung kann der eigene Pflegeanteil entscheidend sein.
Eigene Pflegeleistung nachvollziehbar machen
Bei geteilter Pflege hilft eine klare Übersicht darüber, wer welche Aufgaben regelmäßig persönlich übernimmt.
Fazit: Pflege-Pauschbetrag 2026 richtig nutzen
Der Pflege-Pauschbetrag kann für Menschen, die einen Angehörigen oder eine andere nahestehende Person persönlich und unentgeltlich pflegen, eine sinnvolle steuerliche Entlastung sein. Bei Pflegegrad 2 sind 600 Euro, bei Pflegegrad 3 1.100 Euro und bei Pflegegrad 4 oder 5 beziehungsweise nachgewiesener Hilflosigkeit 1.800 Euro pro Jahr vorgesehen.
Für die Anerkennung kommt es jedoch nicht nur auf den Pflegegrad an. Eigene Pflegeleistung, mögliche Einnahmen und die gegebenenfalls erforderliche Aufteilung auf mehrere Pflegepersonen müssen stimmen. Besonders bei weitergegebenem Pflegegeld ist Vorsicht sinnvoll.
Tragen Sie den Pflege-Pauschbetrag in der Anlage Außergewöhnliche Belastungen ein und halten Sie die erforderlichen Nachweise bereit. Bei komplizierten Fällen kann eine individuelle steuerliche Beratung helfen.
Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine persönliche Steuer- oder Rechtsberatung.
Wenn neben der Angehörigenpflege dauerhaft Hilfe im Haushalt, bei der Tagesstruktur oder bei alltäglichen Aufgaben erforderlich wird, kann zusätzliche häusliche Betreuung eine Möglichkeit sein.
Er beträgt 600 Euro bei Pflegegrad 2, 1.100 Euro bei Pflegegrad 3 und 1.800 Euro bei Pflegegrad 4 oder 5. Bei nachgewiesener Hilflosigkeit können ebenfalls 1.800 Euro gelten. Es handelt sich um einen jährlichen Steuerabzug, nicht um eine Auszahlung.
Wer bekommt den Pflege-Pauschbetrag?
Anspruch kann haben, wer eine pflegebedürftige Person persönlich in nennenswertem Umfang und grundsätzlich ohne Einnahmen in der eigenen Wohnung oder in der Wohnung der gepflegten Person innerhalb der EU beziehungsweise des EWR pflegt. Weitere gesetzliche Voraussetzungen müssen erfüllt sein.
Kann man den Pflege-Pauschbetrag bei Pflegegrad 1 beantragen?
Pflegegrad 1 alleine reicht nicht aus. Ist die gepflegte Person zusätzlich als hilflos im gesetzlichen Sinne anerkannt, kann unter den weiteren Voraussetzungen der Betrag von 1.800 Euro möglich sein.
Wo trage ich den Pflege-Pauschbetrag bei ELSTER ein?
In der Anlage Außergewöhnliche Belastungen Ihrer Einkommensteuererklärung. Dort geben Sie insbesondere die gepflegte Person, deren Steuer-ID und den maßgeblichen Pflegegrad beziehungsweise einen Nachweis der Hilflosigkeit an.
Darf ich Pflegegeld erhalten und trotzdem den Pflege-Pauschbetrag nutzen?
Weitergegebenes Pflegegeld kann eine schädliche Einnahme für die Pflege sein. Eine lediglich treuhänderische Verwaltung kann anders zu beurteilen sein. Für Eltern eines Kindes mit Behinderung sieht das Gesetz eine besondere Ausnahme vor.
Wie viele Stunden muss ich für den Pflege-Pauschbetrag pflegen?
Eine feste gesetzliche Mindestzahl an Wochenstunden ist nicht vorgesehen. Erforderlich ist jedoch eine nennenswerte persönliche Pflegeleistung. Gelegentliche Besuche oder ausschließlich organisatorische Hilfe genügen nicht automatisch.
Kann ich den Pflege-Pauschbetrag bekommen, wenn ein Pflegedienst hilft?
Ja, das kann möglich sein. Die zusätzliche professionelle Versorgung schließt den Anspruch nicht automatisch aus. Entscheidend ist, ob Sie weiterhin selbst in ausreichendem Umfang persönlich und unentgeltlich pflegen.
Wie wird der Pflege-Pauschbetrag bei zwei Angehörigen geteilt?
Erfüllen zwei Personen für denselben Pflegebedürftigen die gesetzlichen Voraussetzungen, wird der Pauschbetrag grundsätzlich hälftig geteilt. Bei Pflegegrad 3 kann daher jede Person 550 Euro geltend machen.
Kann ich den Pflege-Pauschbetrag auch bei einem Pflegeheim erhalten?
Das ist unter bestimmten Umständen möglich. Die persönliche Wohnsituation und vor allem der tatsächliche eigene Pflegeanteil sind entscheidend. Allein ein gelegentlicher Besuch im Heim begründet keinen sicheren Anspruch.
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