Der Weg vom Bett ins Bad, das Aufstehen vom Sessel oder das Drehen in engen Räumen zeigen oft, wo tatsächliche Sturzrisiken liegen.
Sturzprophylaxe umfasst Maßnahmen, die das Risiko für Stürze und sturzbedingte Verletzungen verringern sollen. Besonders bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen gehören dazu sichere Laufwege, ausreichend Licht, passende Bewegung, geeignete Hilfsmittel und die Aufmerksamkeit für gesundheitliche Veränderungen.
Ein Sturz entsteht häufig nicht durch eine einzige Ursache. Unsicheres Gehen, nachlassende Muskelkraft, Schwindel, Sehprobleme, ungeeignetes Schuhwerk oder eine schlecht beleuchtete Wohnung können zusammenwirken. Wirksame Sturzprävention betrachtet deshalb immer die Person und ihre Umgebung gemeinsam.
Sturzprophylaxe bezeichnet Maßnahmen, mit denen individuelle Sturzrisiken erkannt und soweit möglich verringert werden. Dazu gehören Veränderungen im Wohnumfeld ebenso wie Bewegung, geeignete Hilfsmittel und die fachliche Klärung gesundheitlicher Risikofaktoren.
Ziel ist nicht, Bewegung aus Angst vor einem Sturz möglichst vollständig zu vermeiden. Zu wenig Aktivität kann Muskelkraft, Gleichgewicht und Selbstständigkeit zusätzlich beeinträchtigen. Sinnvoller ist es, vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten und gleichzeitig vermeidbare Gefahren zu reduzieren.
Sturzprophylaxe gehört zu den vorbeugenden Maßnahmen in der Pflege. Welche weiteren Bereiche dabei eine Rolle spielen, zeigt unser Überblick zu den Prophylaxen in der Pflege. Im Mittelpunkt stehen Sturzrisiken und konkrete Maßnahmen für den häuslichen Alltag.
Eine einzelne Maßnahme reicht selten aus. Für ältere Menschen zu Hause sind insbesondere diese sechs Bereiche wichtig:
Welche Maßnahme zuerst wichtig ist, hängt von der konkreten Situation ab. Wer hauptsächlich nachts unsicher ist, braucht möglicherweise andere Veränderungen als jemand, der beim Aufstehen oder Drehen regelmäßig das Gleichgewicht verliert.
Der Weg vom Bett ins Bad, das Aufstehen vom Sessel oder das Drehen in engen Räumen zeigen oft, wo tatsächliche Sturzrisiken liegen.
Sturzrisiken lassen sich grob in persönliche, medikamentenbezogene und umgebungsbezogene Faktoren einteilen. Häufig treffen mehrere davon gleichzeitig zu.
| Risikobereich | Typische Beispiele |
|---|---|
| Persönliche Faktoren | frühere Stürze, nachlassende Kraft, unsicherer Gang, eingeschränkte Beweglichkeit, Schwindel, Sehprobleme oder Schwierigkeiten beim Aufstehen |
| Medikamentenbezogene Faktoren | Benommenheit, ungewöhnliche Müdigkeit, Schwindel oder Kreislaufprobleme im zeitlichen Zusammenhang mit Medikamenten oder einer Änderung der Einnahme |
| Umgebungsbezogene Faktoren | lose Teppiche, Kabel, schlechte Beleuchtung, rutschige Böden, ungeeignetes Schuhwerk oder fehlende sichere Haltemöglichkeiten |
Besondere Aufmerksamkeit verdienen frühere Stürze und Beinahe-Stürze. Auch wenn eine Person plötzlich häufiger Möbel als Halt nutzt, vertraute Wege meidet oder beim Drehen sichtbar unsicher wird, sollte genauer hingeschaut werden.
Neue oder deutlich zunehmende Probleme mit dem Gleichgewicht sollten fachlich abgeklärt werden. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Ratgeber zu Gleichgewichtsstörungen bei Senioren.
Für die Sturzprophylaxe zu Hause lohnt sich ein Rundgang durch die Wohnung. Beginnen Sie mit den Wegen, die täglich genutzt werden – insbesondere zwischen Bett, Bad, Küche und dem bevorzugten Sitzplatz.
| Bereich | Darauf sollten Sie achten |
|---|---|
| Laufwege | Kabel, Taschen, kleine Möbel und andere Hindernisse entfernen |
| Teppiche | rutschfest befestigen oder problematische Teppiche entfernen |
| Beleuchtung | Flure, Treppen, Eingänge und Wege in der Nacht ausreichend beleuchten |
| Bad | rutschige Bereiche vermeiden und geeignete Haltemöglichkeiten prüfen |
| Schlafzimmer | Licht, Brille und benötigte Gehhilfe gut erreichbar platzieren |
| Küche und Haushalt | häufig benötigte Gegenstände ohne Hocker, Leiter oder starkes Strecken erreichbar aufbewahren |
Achten Sie besonders auf Übergänge zwischen unterschiedlichen Bodenbelägen und auf Situationen, die nur zu bestimmten Tageszeiten problematisch sind. Ein heller Flur am Vormittag kann nachts ohne Orientierungslicht ein ganz anderes Risiko darstellen.
Ein großer Wohnungsumbau ist nicht immer notwendig. Freie Laufwege, mehr Licht, gesicherte Teppiche und eine bessere Platzierung häufig benötigter Gegenstände können bereits konkrete Gefahren reduzieren.
Sturzprophylaxe soll Mobilität erhalten und nicht dazu führen, dass aus Angst vor einem Sturz immer weniger Bewegung stattfindet.
Kraft, Gleichgewicht und Koordination helfen dabei, Bewegungen sicherer auszuführen und auf kleine Störungen reagieren zu können. Deshalb gehört angepasste Bewegung zu den wichtigsten Maßnahmen der Sturzprävention.
Welche Übungen geeignet sind, hängt von der individuellen Beweglichkeit und gesundheitlichen Situation ab. Bei ausgeprägtem Schwindel, deutlicher Gangunsicherheit, nach einer Erkrankung oder nach einem Krankenhausaufenthalt sollte ein Training nicht einfach auf eigene Faust begonnen werden. Ärztliche, physiotherapeutische oder ergotherapeutische Unterstützung kann helfen, geeignete Übungen auszuwählen.
Im Alltag kann es sinnvoll sein, Fähigkeiten nicht vorschnell abzunehmen. Selbstständiges Aufstehen, kurze sichere Wege oder vertraute Bewegungen können erhalten bleiben, solange sie unter sicheren Bedingungen möglich sind.
Konkrete Möglichkeiten für altersgerechte Bewegung beschreibt unser Ratgeber zu Seniorensport und Bewegung im Alter.
Viele kritische Situationen entstehen durch Eile. Beim Aufstehen aus Bett oder Sessel sollte genügend Zeit bleiben. Wer zu Kreislaufproblemen neigt, kann zunächst aufrecht sitzen und erst weitergehen, wenn er sich sicher fühlt.
Gut sitzende, geschlossene Schuhe mit geeignetem Halt sind häufig sicherer als lockere oder offene Hausschuhe. Brille und Gehhilfe sollten erreichbar sein, bevor die Person aufsteht.
Auch beim Unterstützen gilt: nicht hastig ziehen oder an den Armen hochheben. Fragen Sie zunächst, welche Hilfe benötigt wird, und lassen Sie Zeit für den eigenen Bewegungsablauf. Werden Aufstehen, Umsetzen oder kurze Wege regelmäßig unsicher, sollte fachlich geklärt werden, welche Unterstützung geeignet ist.
Hilfsmittel können die Sicherheit erhöhen, wenn sie zur Person und zur konkreten Situation passen. Ein falsch eingestellter oder unsicher verwendeter Rollator kann dagegen selbst zum zusätzlichen Risiko werden.
Hausnotrufsysteme oder Sturzsensoren haben eine etwas andere Aufgabe: Sie verhindern den Sturz nicht, können aber dabei helfen, nach einem Ereignis schneller Unterstützung zu organisieren.
Welche technischen Lösungen für eine häusliche Pflegesituation infrage kommen, erläutert unser Ratgeber zu technischen Hilfsmitteln für die Pflege zu Hause.
Sturzrisiken entstehen nicht nur durch die Wohnung. Neue Benommenheit, Schwindel, ungewöhnliche Müdigkeit oder Kreislaufprobleme sollten besonders aufmerksam beobachtet werden, wenn Medikamente neu begonnen, umgestellt oder anders kombiniert wurden.
Medikamente dürfen nicht eigenmächtig abgesetzt, reduziert oder anders eingenommen werden. Notieren Sie stattdessen, wann Beschwerden auftreten, und besprechen Sie die Beobachtungen mit der behandelnden Praxis oder Apotheke. Eine aktuelle Übersicht über regelmäßig und bei Bedarf eingenommene Medikamente kann dabei helfen.
Auch Sehprobleme können dazu führen, dass Stufen, Kanten oder Hindernisse schlechter erkannt werden. Neue oder deutlich zunehmende Beschwerden sollten fachlich abgeklärt werden, statt sie pauschal als normale Alterserscheinung einzuordnen.
Professionelle Sturzprophylaxe berücksichtigt die persönliche Mobilität, vorhandene Risikofaktoren und das jeweilige Wohnumfeld.
In der professionellen Pflege wird das individuelle Sturzrisiko systematisch eingeschätzt. Darauf aufbauend werden geeignete Maßnahmen mit der betroffenen Person und gegebenenfalls Angehörigen abgestimmt.
Angehörige müssen dafür keine eigene Pflegeplanung erstellen. Hilfreich sind konkrete Beobachtungen: Wann tritt Unsicherheit auf? Ist die Person bereits gestürzt oder beinahe gestürzt? Bei welchem Bewegungsablauf entstehen Probleme? Was hat sich gegenüber früher verändert?
Wiederholte Stürze, neu auftretender Schwindel, deutlich zunehmende Gangunsicherheit, Benommenheit oder eine spürbare Verschlechterung der Beweglichkeit sollten ärztlich, therapeutisch oder pflegefachlich abgeklärt werden.
Drängen Sie die Person nicht zum schnellen Aufstehen. Prüfen Sie Bewusstsein, Schmerzen und erkennbare Verletzungen. Bei Bewusstlosigkeit, starken Schmerzen, Verdacht auf eine schwere Kopfverletzung, Atemnot, Lähmungszeichen oder einer nicht sicher einschätzbaren Situation sollte sofort der Notruf 112 verständigt werden.
Manchmal zeigt ein erhöhtes Sturzrisiko auch, dass im Alltag insgesamt mehr Unterstützung benötigt wird. Das kann der Fall sein, wenn eine ältere Person längere Zeit nicht mehr sicher allein bleiben kann, regelmäßig Hilfe beim Aufstehen braucht oder Mahlzeiten, Haushalt und Tagesstruktur nicht mehr zuverlässig bewältigt.
Eine Betreuungskraft ersetzt keine ärztliche Behandlung, Physiotherapie oder Pflegefachkraft. Sie kann aber im vereinbarten Rahmen dabei helfen, einen verlässlichen Alltag zu gestalten, Wege vorzubereiten, bei Mahlzeiten und Haushalt zu unterstützen und unnötige Hektik zu vermeiden.
Regelmäßige Unterstützung im Alltag notwendig?
Wenn der Unterstützungsbedarf deutlich über einzelne Pflegediensteinsätze hinausgeht, können Betreuungskräfte aus Osteuropa den Alltag zu Hause ergänzen. Medizinische und fachpflegerische Aufgaben bleiben bei den dafür zuständigen Fachkräften.
Wirksame Sturzprophylaxe besteht nicht aus einer einzigen Vorsichtsmaßnahme. Persönliche Risikofaktoren, Bewegung, Wohnumfeld, Hilfsmittel und gesundheitliche Veränderungen sollten gemeinsam betrachtet werden.
Beginnen Sie mit den Situationen, die täglich auftreten: Aufstehen, Wege ins Bad, Treppen, schlecht beleuchtete Bereiche oder unsichere Bewegungen. Beseitigen Sie konkrete Gefahren, ohne der betroffenen Person unnötig Selbstständigkeit abzunehmen.
Wenn Angehörige den täglichen Unterstützungsbedarf nicht mehr allein abdecken können, informieren wir Sie darüber, wie sich häusliche Betreuung mit Pflegedienst, Therapie und bestehenden Hilfen kombinieren lässt.
Sturzprophylaxe umfasst Maßnahmen, mit denen das individuelle Risiko für Stürze und mögliche Sturzfolgen verringert werden soll. Dazu gehören unter anderem Bewegung, ein sicheres Wohnumfeld, passende Hilfsmittel und die Berücksichtigung persönlicher Risikofaktoren.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören die Einschätzung des Sturzrisikos, freie und gut beleuchtete Laufwege, sichere Schuhe, angepasste Bewegung, geeignete Hilfsmittel sowie die fachliche Klärung von Schwindel, Sehproblemen oder möglichen medikamentenbezogenen Beschwerden.
Mögliche Risikofaktoren sind frühere Stürze, Muskelschwäche, Gangunsicherheit, eingeschränkte Beweglichkeit, Sehprobleme, Schwindel, Schwierigkeiten beim Aufstehen sowie äußere Gefahren wie schlechte Beleuchtung oder rutschige Böden.
Je nach Bedarf können beispielsweise eine passend eingestellte Gehhilfe, Haltegriffe, Orientierungslicht oder Aufstehhilfen sinnvoll sein. Hausnotruf und Sturzsensoren verhindern einen Sturz nicht, können aber nach einem Ereignis die schnelle Hilfe erleichtern.
Angepasstes Kraft-, Gleichgewichts- und Bewegungstraining kann die sichere Mobilität unterstützen. Welche Übungen geeignet sind, hängt vom Gesundheitszustand und der Beweglichkeit ab. Bei deutlicher Unsicherheit sollte zuvor fachlicher Rat eingeholt werden.
Wiederholte Stürze, neuer Schwindel, deutlich zunehmende Gangunsicherheit, Benommenheit oder eine spürbare Verschlechterung der Beweglichkeit sollten ärztlich, therapeutisch oder pflegefachlich abgeklärt werden.

