Pflegegeld, Sachleistungen, Budgets und Zuschüsse folgen unterschiedlichen Regeln. Wer diese Unterschiede kennt, kann die Versorgung deutlich realistischer planen.
Die Leistungen der Pflegeversicherung unterstützen Pflegebedürftige und ihre Familien finanziell, wenn im Alltag dauerhaft Hilfe erforderlich ist. Welche Leistungen genutzt werden können, hängt vor allem vom anerkannten Pflegegrad, der Versorgungsform und davon ab, wer die Unterstützung übernimmt.
Dabei gibt es nicht eine einzige Pflegeleistung. Die Pflegeversicherung unterscheidet unter anderem zwischen Pflegegeld, Pflegesachleistungen, zweckgebundenen Budgets, Zuschüssen sowie Leistungen für häusliche, teilstationäre und stationäre Pflege. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Leistungsarten und ihre Einordnung für 2026.
Der Pflegegrad bestimmt den möglichen Leistungsrahmen. Danach entscheidet die Versorgungssituation, welche Leistung tatsächlich passt: Pflegegeld unterstützt selbst organisierte Pflege, Pflegesachleistungen finanzieren zugelassene ambulante Dienste und andere Budgets sind an bestimmte Zwecke gebunden.
Die soziale Pflegeversicherung stellt unterschiedliche Leistungen für verschiedene Versorgungssituationen bereit. Ausgangspunkt ist in den meisten Fällen ein anerkannter Pflegegrad. Je nach Pflegegrad und Art der Versorgung können anschließend Geldleistungen, Sachleistungen, zweckgebundene Budgets oder Zuschüsse genutzt werden.
Die Pflegeversicherung übernimmt dabei nicht automatisch die gesamten Kosten. Sie ist als Teilabsicherung angelegt. Welche Eigenkosten verbleiben, hängt auch davon ab, ob die Pflege durch Angehörige, einen ambulanten Pflegedienst, weitere Unterstützungsangebote oder eine stationäre Einrichtung organisiert wird.
Wie sich diese Leistungen zusammen mit eigenen Mitteln, Sozialhilfe und weiteren Finanzierungswegen einordnen, erklärt unser übergeordneter Ratgeber zur Pflegefinanzierung.
Pflegegeld, Sachleistungen, Budgets und Zuschüsse folgen unterschiedlichen Regeln. Wer diese Unterschiede kennt, kann die Versorgung deutlich realistischer planen.
Pflegegeld wird direkt an die pflegebedürftige Person ausgezahlt. Pflegesachleistungen werden dagegen nicht ausgezahlt: Ein zugelassener ambulanter Dienst rechnet seine Leistungen im verfügbaren Rahmen mit der Pflegekasse ab.
Andere Leistungen stehen als zweckgebundenes Budget zur Verfügung oder beteiligen sich als Zuschuss an einer bestimmten Maßnahme. Deshalb lassen sich die verfügbaren Beträge nicht einfach miteinander addieren. Teilweise gelten Kombinationsregeln, teilweise dürfen Mittel nur für bestimmte Angebote verwendet werden.
Die folgende Pflegeversicherung Leistungen Tabelle zeigt wichtige finanzielle Leistungsrahmen für 2026. Sie ist keine vollständige Aufzählung aller Beratungs-, Unterstützungs- und Sonderleistungen. Ob eine Leistung im konkreten Fall genutzt werden kann, hängt zusätzlich von den jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen ab.
| Leistung | PG 1 | PG 2 | PG 3 | PG 4 | PG 5 |
|---|---|---|---|---|---|
| Pflegegeld monatlich | – | 347 € | 599 € | 800 € | 990 € |
| Pflegesachleistungen monatlich | – | 796 € | 1.497 € | 1.859 € | 2.299 € |
| Entlastungsbetrag monatlich | 131 € | 131 € | 131 € | 131 € | 131 € |
| Tages- und Nachtpflege monatlich | – | 721 € | 1.357 € | 1.685 € | 2.085 € |
| Vollstationäre Pflege monatlich | 131 € Zuschuss | 805 € | 1.319 € | 1.855 € | 2.096 € |
| Gemeinsamer Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege | – | bis 3.539 € | bis 3.539 € | bis 3.539 € | bis 3.539 € |
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | bis 42 € monatlich | bis 42 € monatlich | bis 42 € monatlich | bis 42 € monatlich | bis 42 € monatlich |
| Wohnraumanpassung | bis 4.180 € je Maßnahme | bis 4.180 € je Maßnahme | bis 4.180 € je Maßnahme | bis 4.180 € je Maßnahme | bis 4.180 € je Maßnahme |
Ein Anspruch auf mehrere Leistungsarten bedeutet nicht automatisch, dass alle Beträge gleichzeitig vollständig eingesetzt werden können. Entscheidend sind Zweckbindung, Versorgungsform und gesetzliche Kombinationsregeln.
Bei häuslicher Pflege stehen insbesondere Pflegegeld, Pflegesachleistungen und die Kombinationsleistung im Mittelpunkt. Welche Variante passt, hängt davon ab, wer die Versorgung übernimmt.
Pflegegeld steht ab Pflegegrad 2 zur Verfügung, wenn die häusliche Pflege selbst organisiert und sichergestellt wird. Häufig übernehmen Angehörige oder andere private Pflegepersonen einen wesentlichen Teil der Unterstützung.
Welche Voraussetzungen gelten, wer das Geld erhält und wie es eingesetzt werden kann, erläutert unser eigener Ratgeber zum Pflegegeld.
Pflegesachleistungen stehen ab Pflegegrad 2 zur Verfügung, wenn ein zugelassener ambulanter Pflege- oder Betreuungsdienst Leistungen im gesetzlichen Rahmen übernimmt. Die Leistung wird nicht als frei verfügbares Geld ausgezahlt.
Wie Abrechnung, Anspruch und Einsatz funktionieren, erklären wir ausführlich unter Pflegesachleistung.
Pflegegeld und Pflegesachleistungen schließen sich nicht gegenseitig aus. Wird nur ein Teil des verfügbaren Sachleistungsrahmens genutzt, kann anteilig Pflegegeld verbleiben.
Wie der verbleibende Pflegegeldanteil berechnet wird und welche Regeln gelten, zeigt unser Ratgeber zur Kombinationsleistung.
Die passende Leistung richtet sich danach, wie die Versorgung im Alltag tatsächlich organisiert wird und welche Aufgaben Angehörige oder professionelle Dienste übernehmen.
Pflegebedürftige aller Pflegegrade können einen Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro monatlich nutzen. Dieser Betrag wird nicht wie Pflegegeld frei ausgezahlt, sondern ist für anerkannte Unterstützungs- und Entlastungsangebote vorgesehen.
Welche Angebote darüber finanziert werden können und welche Regeln für nicht verbrauchte Beträge gelten, erklärt unser Ratgeber zum Entlastungsbetrag.
Fällt eine private Pflegeperson vorübergehend aus, kann ab Pflegegrad 2 Verhinderungspflege genutzt werden. Kurzzeitpflege ermöglicht dagegen eine zeitlich begrenzte stationäre Versorgung, wenn die Pflege zu Hause vorübergehend nicht sichergestellt werden kann.
Für beide Leistungen steht 2026 ein gemeinsamer Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro zur Verfügung. Wird ein Teil davon für eine Leistungsart genutzt, reduziert sich entsprechend der noch verfügbare Betrag für die andere. Weitere Einzelheiten finden Sie unter Verhinderungspflege.
Tages- oder Nachtpflege kann die häusliche Versorgung ergänzen, wenn eine pflegebedürftige Person regelmäßig für einen Teil des Tages oder der Nacht in einer zugelassenen Einrichtung versorgt wird. Ab Pflegegrad 2 steht hierfür ein eigener Leistungsrahmen zur Verfügung.
Wenn Pflegeleistungen allein im Alltag nicht ausreichen Wenn neben Angehörigenpflege und Pflegedienst dauerhaft zusätzliche Unterstützung im Haushalt benötigt wird, kann eine Betreuung zu Hause eine Ergänzung sein. Erfahren Sie, welche Aufgaben osteuropäische Pflegekräfte übernehmen können und wo die Grenzen dieser Betreuungsform liegen.
Pflegehilfsmittel können die häusliche Pflege erleichtern, Beschwerden lindern oder eine selbstständigere Lebensführung unterstützen. Für bestimmte zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel können 2026 bis zu 42 Euro monatlich übernommen werden.
Technische Pflegehilfsmittel werden je nach Produkt und Situation häufig leihweise bereitgestellt. Davon zu unterscheiden sind Hilfsmittel, für die die Krankenversicherung zuständig ist.
Wenn bauliche Veränderungen die häusliche Pflege ermöglichen, erleichtern oder eine selbstständigere Lebensführung unterstützen, kann die Pflegekasse einen Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen gewähren.
Der Zuschuss beträgt 2026 bis zu 4.180 Euro je Maßnahme und anspruchsberechtigter Person. Vor größeren Umbauten sollte die Kostenübernahme mit der Pflegekasse geklärt werden.
Bei vollstationärer Pflege beteiligt sich die Pflegeversicherung mit einem festen Leistungsbetrag an den pflegebedingten Kosten. Die Höhe richtet sich nach dem Pflegegrad. Ab Pflegegrad 2 gelten 2026 monatliche Leistungsbeträge zwischen 805 und 2.096 Euro.
Damit ist die Heimrechnung jedoch nicht vollständig bezahlt. Zusätzlich fallen insbesondere Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen an. Je nach Aufenthaltsdauer kann außerdem ein gestaffelter Leistungszuschlag zum pflegebedingten Eigenanteil greifen.
Die vollständige Finanzierung eines Pflegeheims ist deshalb ein eigenes Kostenthema und wird im allgemeinen Ratgeber zur Pflegefinanzierung nur eingeordnet.
Bei gesetzlich Versicherten ist die Pflegekasse der zentrale Ansprechpartner. Sie ist organisatorisch an die jeweilige Krankenkasse angebunden. Privat Versicherte wenden sich an ihre private Pflegepflichtversicherung.
Viele Leistungen setzen zunächst die Feststellung eines Pflegegrades voraus. Nach dem Antrag erfolgt deshalb in der Regel eine Begutachtung. Anschließend wird entschieden, welcher Pflegegrad vorliegt und welche Leistungen grundsätzlich genutzt werden können.
Welche Aufgaben die Pflegekasse übernimmt und wann sie zuständig ist, erklären wir im Ratgeber zur Pflegekasse. Den Ablauf von Antrag und Begutachtung finden Sie unter Pflegegrad beantragen.
Nach der Einstufung lässt sich gezielt prüfen, welche Leistungsarten zur tatsächlichen Versorgung passen und welche zusätzlichen Kosten verbleiben.
Die passende Leistung ergibt sich nicht allein aus dem höchsten verfügbaren Betrag. Entscheidend ist, wie die Versorgung tatsächlich organisiert wird.
Erst wenn der tatsächliche Unterstützungsbedarf und die gewünschte Versorgungsform feststehen, lässt sich sinnvoll berechnen, welche Leistungen eingesetzt werden können und welcher Eigenanteil verbleibt.
Gesetzliche Pflegeleistungen können auch bei einer umfassenderen Betreuung im eigenen Zuhause ein Finanzierungsbaustein sein. Eine sogenannte 24 Stunden Betreuung ist jedoch keine eigene Leistung der Pflegeversicherung. Pflegegeld kann je nach Situation eingesetzt werden; Pflegesachleistungen sind dagegen an zugelassene ambulante Leistungserbringer gebunden. Einen konkreten Überblick über Preise und möglichen Eigenanteil bietet unsere Seite zu den Kosten der 24 Stunden Pflege.
Die Pflegeversicherung stellt unterschiedliche Leistungen für häusliche, teilstationäre und stationäre Versorgung bereit. Pflegegeld unterstützt selbst organisierte Pflege, Pflegesachleistungen ermöglichen Einsätze zugelassener Dienste und weitere Budgets oder Zuschüsse können Angehörige und Pflegebedürftige zusätzlich entlasten.
Entscheidend ist nicht, möglichst viele Leistungen gleichzeitig zu nutzen. Zuerst sollten Pflegegrad, Hilfebedarf und Versorgungsform geklärt werden. Danach lässt sich beurteilen, welche Leistungen tatsächlich zusammenpassen und welche Kosten weiterhin selbst getragen werden müssen.
Wenn Sie zusätzlich zu den Leistungen der Pflegeversicherung eine längerfristige Betreuung im eigenen Zuhause prüfen, erfahren Sie bei Pflege-Schätzle, wie eine solche Betreuung organisiert werden kann.
Datenstand: September 2026. Grundlage der Übersicht sind insbesondere die Leistungsübersicht der Pflegeversicherung des Bundesministeriums für Gesundheit sowie die gesetzlichen Regelungen des SGB XI. Maßgeblich sind die gesetzlichen Voraussetzungen und die Entscheidung der zuständigen Pflegekasse beziehungsweise privaten Pflegepflichtversicherung im Einzelfall. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Pflegeberatung.
Zu den wichtigsten Leistungen gehören Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Kombinationsleistung, Entlastungsbetrag, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, Tages- und Nachtpflege sowie Leistungen für vollstationäre Pflege. Zusätzlich können Pflegehilfsmittel und Zuschüsse für Wohnraumanpassungen relevant sein.
Pflegegrad 1 ermöglicht unter anderem den Entlastungsbetrag sowie bei erfüllten Voraussetzungen Leistungen für Pflegehilfsmittel, Hausnotruf und Wohnraumanpassungen. Pflegegeld und reguläre Pflegesachleistungen beginnen grundsätzlich erst ab Pflegegrad 2.
Pflegegeld wird bei selbst organisierter häuslicher Pflege direkt an die pflegebedürftige Person ausgezahlt. Pflegesachleistungen werden von zugelassenen ambulanten Diensten erbracht und direkt mit der Pflegekasse abgerechnet.
Ja. Wird nur ein Teil des Sachleistungsrahmens genutzt, kann anteilig Pflegegeld verbleiben. Diese Kombination wird als Kombinationsleistung bezeichnet.
Nein. Die Pflegeversicherung ist eine Teilabsicherung. Sie stellt gesetzlich festgelegte Leistungen bereit, deckt aber nicht automatisch sämtliche Kosten einer häuslichen oder stationären Versorgung.
Gesetzlich Versicherte wenden sich an ihre Pflegekasse. Privat Versicherte stellen den Antrag bei ihrer privaten Pflegepflichtversicherung. Für viele Leistungen muss zunächst ein Pflegegrad festgestellt werden.

