Entscheidend ist zunächst, welche Aufgaben Angehörige dauerhaft übernehmen können und wo professionelle Unterstützung benötigt wird.
Wer die Pflege zu Hause teilweise selbst organisiert und zusätzlich einen ambulanten Pflegedienst nutzt, muss sich nicht vollständig zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistungen entscheiden. Die Kombinationsleistung verbindet beide Leistungsarten: Ein Teil der Pflegesachleistung wird für professionelle ambulante Unterstützung genutzt, während anteilig Pflegegeld erhalten bleibt.
Wie viel Pflegegeld übrig bleibt, hängt direkt davon ab, wie stark der Sachleistungsanspruch genutzt wird. Diese Grundregel ist unabhängig von den jeweils geltenden Eurobeträgen und lässt sich einfach berechnen.
Wer beispielsweise 40 Prozent seines Sachleistungsanspruchs nutzt, erhält grundsätzlich noch 60 Prozent des vollen Pflegegeldes. Pflegegeld und Pflegesachleistung werden also nicht als zwei volle Beträge miteinander addiert.
Die Kombinationsleistung nach § 38 SGB XI ermöglicht es, Pflegegeld und Pflegesachleistungen bei häuslicher Pflege miteinander zu verbinden.
Sie eignet sich beispielsweise für Familien, in denen Angehörige weiterhin einen Teil der Pflege übernehmen, für bestimmte Aufgaben aber regelmäßig ein zugelassener ambulanter Pflegedienst eingesetzt wird. Der Pflegedienst rechnet die vereinbarten Sachleistungen in der Regel mit der Pflegekasse ab. Für den selbst organisierten Anteil kann anteilig Pflegegeld verbleiben.
Die Kombinationsleistung – umgangssprachlich teilweise auch Kombinationspflege genannt – ist keine zusätzliche Leistung. Sie beschreibt lediglich, wie Pflegegeld und Pflegesachleistungen miteinander aufgeteilt werden.
Welche weiteren Leistungen neben Pflegegeld und Sachleistung bestehen, zeigt unser Überblick zu den Leistungen der Pflegeversicherung. Die gesamte Finanzierung einer Versorgung ordnen wir im Ratgeber zur Pflegefinanzierung ein.
Entscheidend ist zunächst, welche Aufgaben Angehörige dauerhaft übernehmen können und wo professionelle Unterstützung benötigt wird.
Die Kombination setzt voraus, dass grundsätzlich sowohl Pflegegeld als auch ambulante Pflegesachleistungen beansprucht werden können. Das betrifft Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 bis 5, die zu Hause versorgt werden.
Für den Sachleistungsanteil muss ein zugelassener Leistungserbringer eingesetzt werden. Bei Pflegegrad 1 besteht kein regulärer Anspruch auf Pflegegeld und ambulante Pflegesachleistungen in dieser Form, sodass auch keine Kombinationsleistung nach diesem Prinzip möglich ist.
Für die Berechnung wird zuerst geschaut, wie viel Prozent des Sachleistungsanspruchs tatsächlich genutzt wurden. Dieser Prozentsatz vermindert anschließend das volle Pflegegeld im gleichen Verhältnis.
Kombinationsleistung berechnen
Genutzte Pflegesachleistung in % = genutzter Sachleistungsbetrag ÷ maximaler Sachleistungsanspruch × 100
Verbleibendes Pflegegeld in % = 100 % − genutzte Pflegesachleistung in %
Anteiliges Pflegegeld = volles Pflegegeld × verbleibender Prozentanteil
Pflegedienstrechnung und Pflegegeld werden deshalb nicht direkt als Eurobeträge voneinander abgezogen. Entscheidend ist immer der prozentuale Anteil des ausgeschöpften Sachleistungsanspruchs.
| Genutzte Pflegesachleistung | Verbleibender Pflegegeldanteil |
|---|---|
| 0 % | 100 % |
| 25 % | 75 % |
| 40 % | 60 % |
| 50 % | 50 % |
| 75 % | 25 % |
| 100 % | 0 % |
Auch wenn sich die gesetzlichen Beträge ändern, bleibt dieses Berechnungsprinzip gleich.
Ein Pflegedienst nutzt Leistungen im Umfang von 40 Prozent des maximal verfügbaren Sachleistungsanspruchs. Damit verbleiben grundsätzlich 60 Prozent des vollen Pflegegeldes.
Beträgt das volle Pflegegeld rechnerisch X Euro, ergibt sich:
0,60 × X = anteiliges Pflegegeld
Wer die Hälfte seines Sachleistungsanspruchs nutzt, erhält grundsätzlich noch die Hälfte des vollen Pflegegeldes. Wird der Sachleistungsanspruch vollständig ausgeschöpft, verbleibt grundsätzlich kein anteiliges Pflegegeld.
Für die endgültige Berechnung zählt, wie viele Pflegesachleistungen tatsächlich genutzt wurden. Leistungsnachweise und Abrechnungen sollten deshalb nachvollziehbar bleiben.
Wer Pflegegeld und Pflegesachleistungen kombinieren möchte, sollte diese Leistungswahl der zuständigen Pflegekasse mitteilen. Je nach Kasse können dafür Formulare oder zusätzliche Angaben erforderlich sein.
Die Planung sollte sich nicht daran orientieren, möglichst viel Pflegegeld zu behalten. Wichtiger ist, welche Unterstützung im Alltag wirklich gebraucht wird.
Nach § 38 SGB XI ist die pflegebedürftige Person grundsätzlich für sechs Monate an die Entscheidung gebunden, in welchem Verhältnis Geld- und Sachleistung genutzt werden sollen.
Die Aufteilung sollte deshalb zur längerfristigen Versorgung passen und nicht nur für einen einzelnen Monat gewählt werden. Ändert sich die Versorgung wesentlich, sollte frühzeitig mit der Pflegekasse geklärt werden, wie weiter vorzugehen ist.
Die Dokumentation des Pflegedienstes hilft dabei, den Sachleistungsanteil und das verbleibende Pflegegeld nachvollziehen zu können.
Verhinderungs- und Kurzzeitpflege sind eigenständige Leistungen. Für ein zuvor bezogenes anteiliges Pflegegeld enthält § 38 SGB XI jedoch eine besondere Weiterzahlungsregel.
Unter den gesetzlichen Voraussetzungen wird das zuvor bezogene anteilige Pflegegeld während Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege jeweils für bis zu acht Wochen je Kalenderjahr in Höhe der Hälfte der zuvor geleisteten Höhe weitergezahlt.
Die Voraussetzungen und Budgets der Ersatzpflege behandeln wir getrennt im Ratgeber zur Verhinderungspflege.
Die Kombinationsleistung kann sinnvoll sein, wenn Angehörige einen verlässlichen Teil der Pflege übernehmen, gleichzeitig aber bestimmte Aufgaben regelmäßig von einem zugelassenen ambulanten Dienst erbracht werden sollen.
Typisch ist beispielsweise eine Situation, in der der Pflegedienst morgens oder abends bestimmte pflegerische Aufgaben übernimmt, während Angehörige andere Bereiche des Alltags weiterhin organisieren.
Wird dagegen der Sachleistungsanspruch weitgehend oder vollständig benötigt, fällt das verbleibende Pflegegeld entsprechend geringer aus oder entfällt. Im Vordergrund sollte nicht das möglichst hohe Pflegegeld stehen, sondern eine Versorgung, die im Alltag funktioniert.
Wenn Angehörige und Pflegedienst nicht den gesamten Alltag abdecken Bei weitergehendem Unterstützungsbedarf kann zusätzlich eine Betreuung im Haushalt geprüft werden. Osteuropäische Pflegekräfte können beispielsweise bei Alltagsbegleitung, Haushaltsführung, Mahlzeiten und Tagesstruktur unterstützen.
Eine solche Betreuung ist keine Pflegesachleistung und ersetzt weder einen ambulanten Pflegedienst noch medizinische Behandlungspflege. Gesetzliche Pflegeleistungen und tatsächliche Betreuungskosten sollten deshalb getrennt betrachtet werden. Einen Überblick bietet unsere Seite zu den Kosten der 24-Stunden-Pflege.
Die Kombinationsleistung ermöglicht es, private Pflege und professionelle ambulante Unterstützung miteinander zu verbinden. Der prozentuale Anteil der genutzten Pflegesachleistung bestimmt dabei, welcher Anteil des Pflegegeldes erhalten bleibt.
Am Anfang steht die Frage, welche Unterstützung im Alltag wirklich gebraucht wird. Erst danach lässt sich festlegen, wie Pflegegeld und Pflegesachleistungen sinnvoll aufgeteilt werden.
Wenn Angehörige, Pflegedienst und zusätzliche Betreuung sinnvoll zusammenspielen sollen, erfahren Sie hier mehr über Möglichkeiten einer längerfristigen Betreuung im eigenen Zuhause.
Rechtsstand: September 2026. Grundlage der Kombinationsleistung ist § 38 SGB XI. Leistungsbeträge und einzelne Rahmenbedingungen können sich gesetzlich verändern. Maßgeblich sind die gesetzlichen Voraussetzungen und die Entscheidung der zuständigen Pflegekasse beziehungsweise privaten Pflegepflichtversicherung im konkreten Fall.
Die Kombinationsleistung verbindet Pflegegeld und ambulante Pflegesachleistungen. Wird nur ein Teil der Sachleistung genutzt, bleibt anteilig Pflegegeld erhalten.
Zuerst wird ermittelt, wie viel Prozent des verfügbaren Sachleistungsanspruchs genutzt wurden. Der verbleibende Prozentanteil entspricht grundsätzlich dem Anteil des vollen Pflegegeldes, der noch gezahlt wird.
Wer 40 Prozent seines Sachleistungsanspruchs nutzt, erhält grundsätzlich noch 60 Prozent des vollen Pflegegeldes.
Sie kommt grundsätzlich bei Pflegegrad 2 bis 5 infrage, wenn die häusliche Pflege sichergestellt ist und Pflegegeld sowie ambulante Pflegesachleistungen miteinander verbunden werden.
Die gewünschte Leistungswahl sollte der Pflegekasse mitgeteilt werden. Welche Formulare oder Angaben dafür erforderlich sind, kann sich je nach Pflegekasse unterscheiden.
§ 38 SGB XI sieht grundsätzlich eine sechsmonatige Bindung an die Entscheidung vor, in welchem Verhältnis Geld- und Sachleistung genutzt werden sollen.
Nein. Nicht genutzte Pflegesachleistung wird nicht in gleicher Höhe ausgezahlt. Sie führt im Rahmen der Kombinationsleistung lediglich dazu, dass ein entsprechender prozentualer Anteil des Pflegegeldes erhalten bleibt.

