Der Hörtest zeigt, welche Frequenzen schlechter wahrgenommen werden. Ob die Einstellung angenehm ist, zeigt sich meist erst beim Tragen.
Wenn Gespräche anstrengender werden, der Fernseher immer lauter läuft oder am Telefon häufiger etwas falsch verstanden wird, kann eine Hörminderung dahinterstecken. Hörgeräte für Senioren können Sprache und wichtige Alltagsgeräusche wieder besser hörbar machen. Welches Gerät passt, hängt dabei nicht nur vom Hörtest ab. Auch Fingerfertigkeit, Sehvermögen, Tragekomfort und persönliche Gewohnheiten spielen eine Rolle.
Vor der Auswahl sollte das Hören medizinisch abgeklärt werden. Danach geht es nicht darum, möglichst viel Technik zu kaufen. Ein Hörgerät sollte gut eingestellt sein, angenehm sitzen und sich zuverlässig bedienen lassen.
Eine Hörminderung entwickelt sich oft langsam. Anfangs fällt vielleicht nur auf, dass Gespräche mit mehreren Personen schwerer zu verstehen sind. Später werden Fernseher oder Radio lauter gestellt, Telefonate anstrengender oder bestimmte Stimmen häufiger missverstanden.
Ein Hörgerät kann helfen, wenn eine dauerhafte Hörminderung festgestellt wurde und Sprache oder andere wichtige Geräusche nicht mehr gut verstanden werden. Moderne Geräte werden dafür auf den gemessenen Hörverlust eingestellt. Sie machen also nicht einfach alle Geräusche gleichmäßig lauter.
Der Hörtest zeigt, welche Frequenzen schlechter wahrgenommen werden. Ob die Einstellung angenehm ist, zeigt sich meist erst beim Tragen.
Eine länger anhaltende Hörveränderung sollte ärztlich abgeklärt werden. Besondere Aufmerksamkeit ist nötig, wenn das Hören plötzlich deutlich schlechter wird oder nur ein Ohr betroffen ist. Bleibt ein plötzlicher Hörverlust bestehen, sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.
Hörgeräte unterscheiden sich vor allem darin, wo die Technik sitzt und wie das Gerät eingesetzt und bedient wird. Eine Bauform ist nicht grundsätzlich besser als die andere.
| Bauform | Typische Merkmale | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Hinter dem Ohr (HdO) | Gerät sitzt hinter dem Ohr, Verbindung über Ohrstück oder Schlauch | Oft gut greifbar; Bedienung und Reinigung ausprobieren |
| RIC / Externer Hörer | Teil der Technik sitzt hinter dem Ohr, Lautsprecher im Gehörgang | Einsetzen des dünnen Kabels und Tragegefühl testen |
| Im Ohr (IdO) | Gerät sitzt weitgehend oder vollständig im Ohr | Kleine Geräte können bei eingeschränkter Fingerfertigkeit schwieriger zu handhaben sein |
Hinter-dem-Ohr-Geräte sind häufig etwas größer und dadurch teilweise leichter zu greifen. Das kann hilfreich sein, wenn kleine Bedienelemente Schwierigkeiten machen.
RIC-Geräte werden ebenfalls hinter dem Ohr getragen, der Lautsprecher sitzt jedoch im Gehörgang. Die Geräte sind meist kompakt. Ob das Einsetzen gut gelingt, sollte ausprobiert werden.
Im-Ohr-Geräte sitzen direkt im Ohr und fallen optisch weniger auf. Sehr kleine Geräte sind aber nicht automatisch einfacher. Wer schlecht sieht oder kleine Gegenstände nur schwer greifen kann, kommt möglicherweise mit einer größeren Bauform besser zurecht.
Ein gutes Hörgerät muss nicht möglichst viele Funktionen haben. Wichtiger ist, dass es zu den Situationen passt, in denen das Hören schwerfällt und dass die Bedienung auch nach einigen Wochen noch gut funktioniert.
Akku oder Batterie? Akkugeräte ersparen den Umgang mit kleinen Batterien. Dafür müssen sie regelmäßig geladen werden. Batteriegeräte brauchen keine Ladeschale, verlangen aber etwas mehr Fingerfertigkeit beim Wechsel. Welche Variante einfacher ist, zeigt sich meist schnell beim Ausprobieren.
Steht die Ladeschale jeden Abend am gleichen Ort, lässt sich das Laden leichter in den Tagesablauf integrieren.
Bluetooth und andere Zusatzfunktionen können praktisch sein, wenn häufig telefoniert oder ferngesehen wird. Wer kein Smartphone verwendet und möglichst wenig einstellen möchte, braucht solche Funktionen möglicherweise nicht. Mehr Technik ist nicht automatisch mehr Nutzen.
Besonders wichtig ist das Sprachverstehen bei Hintergrundgeräuschen. Im Beratungsraum ist es ruhig. Zu Hause kommen Gespräche, Fernseher, Geschirr oder andere Geräusche zusammen. Deshalb sollte ein Hörgerät auch außerhalb der Beratung ausprobiert werden.
Ein allgemein bestes Modell gibt es nicht. Ein Hörgerät kann für eine Person sehr gut funktionieren und für eine andere unangenehm oder schwer zu bedienen sein. Hörverlust, Ohrform, Fingerfertigkeit und Gewohnheiten unterscheiden sich zu stark für einen pauschalen Testsieger.
Beim Probetragen helfen einfache Fragen: Verstehe ich Gespräche besser? Sitzt das Gerät auch nach mehreren Stunden angenehm? Kann ich es selbst einsetzen und bedienen? Funktioniert das Telefonieren wie gewünscht?
Es kann hilfreich sein, während der Testphase kurze Notizen zu machen. Wenn Sprache in bestimmten Situationen weiterhin schlecht verstanden wird oder das Gerät drückt oder pfeift, lassen sich solche Beobachtungen beim nächsten Termin gezielt besprechen.
Hörgeräte gibt es in sehr unterschiedlichen Preis- und Ausstattungsklassen. Unterschiede entstehen zum Beispiel durch zusätzliche Komfortfunktionen, Vernetzung oder besondere Ausstattungswünsche.
Bei medizinischer Notwendigkeit kann die gesetzliche Krankenkasse die Hörgeräteversorgung übernehmen. Für Hörhilfen gelten Festbeträge. Die tatsächliche Vergütung richtet sich außerdem nach den Verträgen der jeweiligen Krankenkasse mit den Leistungserbringern.
Wer eine Ausstattung wählt, die über die vorgesehene Versorgung hinausgeht, kann den zusätzlichen Betrag selbst zahlen müssen. Deshalb lohnt es sich, beim Hörakustiker ausdrücklich nach Geräten ohne zusätzliche private Mehrkosten und nach den Unterschieden zu kostenpflichtigen Varianten zu fragen.
Für nicht zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel beträgt die gesetzliche Zuzahlung grundsätzlich zehn Prozent des von der Krankenkasse übernommenen Betrags, mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro.
Bevor ein Gerät endgültig ausgewählt wird, sollte geklärt sein, welche Leistungen die eigene Krankenkasse übernimmt und welche Kosten durch zusätzliche Wünsche entstehen.
Eine Hörgeräteversorgung braucht mehrere Schritte. Das ist sinnvoll, weil ein Gerät nicht nur zum Hörtest, sondern auch zum täglichen Leben passen muss.
Nachjustierungen sind normal. Geräusche, die lange kaum wahrgenommen wurden, können anfangs ungewohnt wirken. Manche Menschen gewöhnen sich schnell daran, andere brauchen mehr Zeit.
Angehörige können helfen, ohne die Bedienung komplett zu übernehmen. Ein fester Ablageplatz, regelmäßiges Laden und gemeinsames Üben beim Einsetzen geben Sicherheit.
Bei Gesprächen helfen Blickkontakt und möglichst wenig Hintergrundlärm. Es ist meist hilfreicher, deutlich und in normalem Tempo zu sprechen, statt einzelne Wörter besonders laut zu wiederholen.
Pfeift das Hörgerät, drückt es oder wird Sprache trotz regelmäßiger Nutzung schlecht verstanden, sollte nicht einfach immer weiter an der Lautstärke verändert werden. Solche Probleme lassen sich beim Hörakustiker gezielt prüfen.
Eine gute Gesprächssituation erleichtert das Sprachverstehen zusätzlich.
Ein Hörgerät löst nicht jede Schwierigkeit, die bei Schwerhörigkeit entstehen kann. Je nach Situation können Lichtsignale, spezielle Telefone oder andere Alltagshilfen zusätzlich helfen.
Weitere Möglichkeiten zeigt der Ratgeber zu Hilfsmitteln bei Schwerhörigkeit im Alter. Wenn vor allem Telefonate Schwierigkeiten machen, kann auch ein Seniorentelefon eine passende Ergänzung sein.
Einen breiteren Überblick über praktische Unterstützung für ältere Menschen finden Sie unter Hilfsmittel für Senioren. Anspruch und Leistungswege verschiedener Versorgungen ordnen wir im übergeordneten Ratgeber zu Pflegehilfsmitteln ein.
Wenn Hörprobleme nur ein Teil eines wachsenden Hilfebedarfs sind und zusätzlich Unterstützung bei Alltag, Haushalt, Begleitung oder Unterstützung bei der täglichen Körperpflege gebraucht wird, kann eine Betreuung zu Hause entlasten. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite zu osteuropäischen Betreuungskräften für zu Hause.
Das kleinste, teuerste oder technisch umfangreichste Hörgerät ist nicht automatisch die beste Wahl. Wichtig ist, dass Sprache besser verstanden wird, das Gerät angenehm sitzt und sich zuverlässig bedienen lässt.
Gerade im höheren Alter sollten Fingerfertigkeit, Sehvermögen und persönliche Routinen von Anfang an berücksichtigt werden. Probetragen und Nachjustieren gehören deshalb genauso zur Auswahl wie die Entscheidung für eine bestimmte Bauform.
Wenn neben dem Hören auch Haushalt, Begleitung oder persönliche Unterstützung dauerhaft schwerfallen, erfahren Sie auf unserer Übersichtsseite, wie eine 24-Stunden-Pflege zu Hause organisiert werden kann und welche Aufgaben Betreuungskräfte im Alltag übernehmen können.
Ein allgemein bestes Modell gibt es nicht. Wichtig sind der persönliche Hörverlust, eine einfache Bedienung, guter Tragekomfort und die Situationen, in denen das Hören besonders schwerfällt.
Beide Bauformen können gut funktionieren. Hinter-dem-Ohr-Geräte sind häufig etwas leichter zu greifen. Im-Ohr-Geräte sind unauffälliger, können wegen ihrer kleineren Bauweise aber schwieriger zu handhaben sein.
Ein Akku kann praktisch sein, wenn kleine Batterien schwer zu wechseln sind und das tägliche Laden gut funktioniert. Ob Akku oder Batterie besser passt, hängt deshalb vor allem von der Handhabung ab.
Bei medizinischer Notwendigkeit kann die gesetzliche Krankenkasse eine Hörgeräteversorgung übernehmen. Für Hörhilfen gelten Festbeträge und Verträge der jeweiligen Krankenkasse. Werden zusätzliche Ausstattungen gewählt, können private Mehrkosten entstehen.
Das ist unterschiedlich. Manche Geräusche können anfangs ungewohnt wirken. Regelmäßiges Tragen und Nachjustierungen beim Hörakustiker helfen dabei, eine angenehme Einstellung zu finden.
Eine länger anhaltende Hörminderung sollte ärztlich abgeklärt werden. Tritt ein deutlicher Hörverlust plötzlich auf und bleibt bestehen, sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.

