Eine ärztliche Verordnung beschreibt, welche medizinische Maßnahme im häuslichen Umfeld benötigt wird.
Behandlungspflege umfasst medizinische Maßnahmen, die im Zusammenhang mit einer ärztlichen Behandlung zu Hause durchgeführt werden. Dazu können beispielsweise Medikamentengabe, Wundversorgung, Injektionen, Blutzuckermessungen oder eine ärztlich verordnete Kompressionsversorgung gehören.
Im häuslichen Umfeld wird Behandlungspflege häufig durch einen geeigneten ambulanten Pflegedienst organisiert. Sie ist von Grundpflege und Alltagshilfe zu unterscheiden: Unterstützung beim Waschen, Essen, Ankleiden oder im Haushalt ist nicht automatisch medizinische Behandlungspflege.
Behandlungspflege sind medizinisch-pflegerische Maßnahmen, die eine ärztliche Behandlung unterstützen oder deren Ergebnis sichern. Sie werden notwendig, wenn eine medizinische Maßnahme auch im häuslichen Umfeld durchgeführt werden kann und dort fachgerecht organisiert werden muss.
Der Begriff beschreibt keine allgemeine Unterstützung im Alltag. Behandlungspflege hat einen konkreten medizinischen Bezug. Welche Maßnahme notwendig ist, wie häufig sie durchgeführt werden soll und wie lange sie benötigt wird, richtet sich nach dem individuellen Behandlungsbedarf und der ärztlichen Verordnung.
Ein typisches Beispiel ist eine Person, die nach einem Krankenhausaufenthalt weiterhin eine Wundversorgung benötigt. Auch regelmäßige Medikamentengaben, bestimmte Injektionen oder medizinisch erforderliche Messungen können zur Behandlungspflege gehören.
Eine ärztliche Verordnung beschreibt, welche medizinische Maßnahme im häuslichen Umfeld benötigt wird.
Welche Leistungen zur Behandlungspflege gehören können, ist in der Häuslichen Krankenpflege-Richtlinie näher geregelt. Nicht jede Person benötigt dieselben Maßnahmen. Typische Beispiele sind:
| Beispiel | Worum es geht |
|---|---|
| Medikamentengabe | ärztlich angeordnete Medikamente richten oder verabreichen, soweit dies als häusliche Krankenpflege erforderlich ist |
| Wundversorgung | medizinisch erforderliche Wund- und Verbandversorgung |
| Injektionen | ärztlich verordnete Injektionen im häuslichen Umfeld |
| Blutzuckermessung | medizinisch erforderliche Kontrolle von Messwerten unter den jeweiligen Voraussetzungen |
| Kompressionsversorgung | beispielsweise ärztlich verordnetes An- oder Ausziehen medizinischer Kompressionsstrümpfe unter den dafür geltenden Voraussetzungen |
| Katheter- oder Sondenversorgung | bestimmte medizinische Maßnahmen an Kathetern oder Sonden |
Die Übersicht zeigt typische Beispiele und ist kein vollständiger Leistungskatalog. Welche konkrete Maßnahme im Einzelfall verordnet werden kann, hängt von der medizinischen Situation und den Voraussetzungen der häuslichen Krankenpflege ab.
Auch ähnlich klingende Maßnahmen haben unterschiedliche Anforderungen. Eine Medikamentengabe muss anders organisiert werden als eine Wundversorgung oder Kompressionsversorgung.
Wie Medikamente im häuslichen Alltag sicher organisiert werden können, erklärt unser Ratgeber zur Medikamentengabe durch Angehörige. Für die praktische Durchführung finden Sie außerdem eine separate Anleitung zum Anziehen von Kompressionsstrümpfen.
Die häusliche Krankenpflege ist in § 37 SGB V geregelt. Behandlungspflege kann unter anderem erbracht werden, wenn sie erforderlich ist, um das Ziel einer ärztlichen Behandlung zu sichern.
Für Betroffene bedeutet das: Ausgangspunkt ist der medizinische Bedarf und nicht die Frage, ob bereits ein Pflegegrad besteht. Die erforderliche Maßnahme wird ärztlich eingeordnet und bei erfüllten Voraussetzungen im Rahmen der häuslichen Krankenpflege organisiert.
Für den Leistungsanspruch gelten weitere gesetzliche Voraussetzungen. Dazu kann auch gehören, ob eine im Haushalt lebende Person die notwendige Versorgung im erforderlichen Umfang übernehmen kann. Daraus folgt jedoch nicht, dass Angehörige medizinische Tätigkeiten ohne ausreichende Sicherheit oder Kenntnisse selbst durchführen müssen.
Im häuslichen Bereich wird verordnete Behandlungspflege häufig durch einen geeigneten ambulanten Pflegedienst durchgeführt. Welche Person innerhalb eines Dienstes eine konkrete Maßnahme übernehmen darf, hängt von der Tätigkeit, der dafür erforderlichen Qualifikation sowie den fachlichen und organisatorischen Vorgaben ab.
Nicht jede medizinische Maßnahme stellt dieselben Anforderungen an Qualifikation und Durchführung.
Dürfen Pflegehelfer Behandlungspflege durchführen? Das lässt sich nicht pauschal allein anhand der Berufsbezeichnung beantworten. Bei einzelnen Tätigkeiten können Qualifikation, Schulung, Delegation und die Vorgaben des jeweiligen Dienstes eine Rolle spielen. Familien sollten die konkrete Zuständigkeit deshalb mit dem ausführenden Pflegedienst klären.
Für Betreuungskräfte ist die Abgrenzung klar: Betreuungskräfte aus Osteuropa, die Pflege-Schätzle vermittelt, ersetzen keine Pflegefachkraft und übernehmen keine medizinische Behandlungspflege. Ihr Aufgabenbereich liegt in der Unterstützung des Alltags, etwa bei Mahlzeiten, Haushalt, Mobilität, Tagesstruktur und Gesellschaft.
Wenn eine medizinische Maßnahme zu Hause erforderlich wird, beginnt die Organisation bei der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. Auch nach einem Krankenhausaufenthalt kann die weitere Versorgung entsprechend vorbereitet werden.
Der Ablauf lässt sich vereinfacht in vier Schritte gliedern:
Ändert sich der Gesundheitszustand oder reicht die bisher verordnete Versorgung nicht mehr aus, sollte auch der medizinische Bedarf erneut ärztlich beurteilt werden.
Nein, ein Pflegegrad ist für Behandlungspflege nach SGB V nicht grundsätzlich Voraussetzung. Maßgeblich sind der medizinische Bedarf und die Voraussetzungen der häuslichen Krankenpflege.
Deshalb kann beispielsweise auch nach einer Operation oder während einer zeitlich begrenzten Therapie Behandlungspflege benötigt werden, obwohl die betreffende Person keinen anerkannten Pflegegrad hat.
Ein Pflegegrad kann gleichzeitig für andere Unterstützungsbereiche wichtig sein. Benötigt eine Person dauerhaft Hilfe bei Körperpflege, Ernährung oder Mobilität, gehören diese Leistungen jedoch in den Bereich der Pflegeversicherung.
Der wichtigste Unterschied liegt im Zweck: Behandlungspflege dient einer medizinischen Behandlung. Grundpflege beziehungsweise körperbezogene Pflege unterstützt dagegen bei grundlegenden Tätigkeiten des täglichen Lebens.
| Bereich | Typische Aufgaben | Ausgangspunkt |
|---|---|---|
| Behandlungspflege | medizinische Maßnahmen wie Wundversorgung oder Medikamentengabe | medizinischer Bedarf und ärztliche Verordnung |
| Grundpflege | Unterstützung bei Körperpflege, Essen, Ausscheidung oder Mobilität | Hilfebedarf bei grundlegenden Alltagstätigkeiten |
| Häusliche Betreuung | Haushalt, Mahlzeiten, Begleitung, Tagesstruktur und Gesellschaft | regelmäßiger Unterstützungsbedarf im Alltag |
In einem Haushalt können mehrere dieser Bereiche gleichzeitig notwendig sein. Eine Person kann beispielsweise morgens Unterstützung bei der Körperpflege benötigen und später einen Pflegediensteinsatz für eine ärztlich verordnete medizinische Maßnahme.
Die alltäglichen pflegerischen Hilfen erklären wir ausführlicher im Ratgeber zur Grundpflege.
Bei gesetzlich Versicherten kann die Krankenkasse die Kosten übernehmen, wenn die Voraussetzungen der häuslichen Krankenpflege erfüllt sind. Eine gesetzliche Zuzahlung kann trotzdem anfallen.
Wer die Kosten übernimmt, welche Zuzahlungen anfallen können und wie die Abrechnung funktioniert, erklären wir in unserem Ratgeber zu den Kosten der Behandlungspflege.
Behandlungspflege ermöglicht es, medizinisch notwendige Maßnahmen auch außerhalb von Praxis oder Krankenhaus fachgerecht zu organisieren. Dazu gehören je nach Verordnung beispielsweise Medikamentengabe, Wundversorgung, Injektionen, Messungen oder bestimmte Kompressionsmaßnahmen.
Für Angehörige sind vor allem drei Dinge wichtig: den medizinischen Bedarf ärztlich klären, die konkrete Maßnahme einem geeigneten Dienst zuordnen und Behandlungspflege klar von Grundpflege und Alltagshilfe trennen.
Ist die medizinische Versorgung organisiert und wird zusätzlich regelmäßig Hilfe bei Mahlzeiten, Haushalt, Mobilität oder Tagesstruktur benötigt, kann eine Betreuungskraft den Alltag ergänzen. Die medizinische Behandlungspflege bleibt davon getrennt.
Wenn neben Pflegediensteinsätzen täglich Unterstützung bei Mahlzeiten, Haushalt, Mobilität oder Tagesstruktur fehlt, informieren wir Sie über Möglichkeiten einer häuslichen Betreuung.
Behandlungspflege umfasst medizinisch notwendige Maßnahmen im Zusammenhang mit einer ärztlichen Behandlung, die auch zu Hause durchgeführt werden können. Beispiele sind Medikamentengabe, Wundversorgung oder bestimmte Injektionen.
Je nach medizinischem Bedarf können beispielsweise Medikamentengabe, Wund- und Verbandversorgung, Injektionen, Blutzuckermessungen, bestimmte Kompressionsmaßnahmen sowie Katheter- oder Sondenversorgung dazugehören.
Die Durchführung erfolgt zu Hause häufig durch einen geeigneten ambulanten Pflegedienst. Welche Qualifikation für eine einzelne Maßnahme erforderlich ist und ob eine Aufgabe innerhalb eines Dienstes übertragen werden darf, hängt von der konkreten Tätigkeit und den geltenden Vorgaben ab.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Maßnahme, Qualifikation, Schulung, organisatorische Vorgaben und eine zulässige Aufgabenübertragung können eine Rolle spielen. Die konkrete Zuständigkeit sollte mit dem jeweiligen Pflegedienst geklärt werden.
Nein. Für Behandlungspflege als häusliche Krankenpflege nach SGB V ist ein Pflegegrad nicht grundsätzlich erforderlich. Ausgangspunkt ist der medizinische Bedarf.
Behandlungspflege dient einer medizinischen Behandlung. Grundpflege unterstützt dagegen bei alltäglichen Grundbedürfnissen wie Körperpflege, Essen oder Mobilität.
Nein. Betreuungskräfte unterstützen im Alltag, übernehmen jedoch keine medizinische Behandlungspflege und ersetzen keine dafür erforderliche Pflegefachkraft beziehungsweise einen geeigneten Pflegedienst.

