Gut erreichbare Materialien erleichtern eine ruhige und möglichst selbstständige Mundpflege.
Die Mundpflege bei Pflegebedürftigen umfasst Zähne, Zahnfleisch, Zunge, Mundschleimhaut und vorhandenen Zahnersatz. Viele Menschen können ihre Mundpflege weiterhin teilweise selbst übernehmen, brauchen aber Unterstützung beim Vorbereiten, Erinnern oder bei einzelnen Handgriffen. Ziel ist deshalb nicht, die Aufgabe möglichst schnell vollständig zu übernehmen, sondern vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und dort zu helfen, wo es tatsächlich nötig ist.
Eigene Zähne sollten in der Regel morgens und abends mit fluoridhaltiger Zahnpasta gereinigt werden. Auch Menschen ohne eigene Zähne brauchen eine regelmäßige Mundpflege. Bei Prothesen, Mundtrockenheit, Demenz oder Schluckproblemen muss die Unterstützung an die jeweilige Situation angepasst werden. Eine ruhige Atmosphäre, ausreichend Zeit und eine sichere Position erleichtern den Ablauf.
Ein gesunder Mund erleichtert Essen, Trinken und Sprechen und trägt zum Wohlbefinden bei. Schmerzen, Entzündungen, Mundtrockenheit oder schlecht sitzende Prothesen können diese alltäglichen Dinge deutlich erschweren. Gerade wenn jemand Beschwerden nicht zuverlässig äußern kann, sollten Veränderungen im Mundraum aufmerksam wahrgenommen werden.
Gut erreichbare Materialien erleichtern eine ruhige und möglichst selbstständige Mundpflege.
Zur täglichen Mundhygiene gehören deshalb nicht nur die Zähne. Achten Sie auch auf Zahnfleisch, Zunge, Lippen und Mundschleimhaut. Auffällige Veränderungen müssen Angehörige nicht selbst einordnen oder behandeln. Es reicht, sie früh wahrzunehmen und bei Bedarf zahnärztlichen oder pflegefachlichen Rat einzuholen.
Häufige Hinweise sind Mundtrockenheit, unangenehmer Mundgeruch, empfindliches oder blutendes Zahnfleisch, Druckstellen durch eine Prothese, auffällige Beläge oder Schmerzen. Auch wenn jemand plötzlich schlechter kaut, bestimmte Speisen meidet oder beim Essen sichtbar Beschwerden hat, sollte die Ursache geklärt werden.
Mundpflege ist ein Teil der täglichen persönlichen Hygiene und gehört zur Grundpflege beziehungsweise zu den körperbezogenen Pflegemaßnahmen. Einen Überblick über die weiteren Bereiche finden Sie in unserem Ratgeber zur Grundpflege. Weitere Hinweise zu Waschen, Hautpflege und Intimpflege finden Sie in unserem Ratgeber zur Körperpflege bei Pflegebedürftigen.
Unterstützung wird häufig nötig, wenn Greifkraft, Beweglichkeit, Sehvermögen oder Orientierung nachlassen. Auch Schmerzen, starke Müdigkeit, Demenz oder eine eingeschränkte Sitzfähigkeit können dazu führen, dass das Zähneputzen nicht mehr zuverlässig gelingt.
Beginnen Sie trotzdem nicht automatisch damit, alles zu übernehmen. Oft reicht es, die Zahnbürste vorzubereiten, Zahnpasta aufzutragen, einen Becher anzureichen oder einzelne Schritte ruhig vorzumachen. Erst wenn diese Hilfen nicht genügen, werden weitere Handgriffe übernommen.
Dieses Vorgehen entspricht dem Grundgedanken der aktivierenden Pflege: Fähigkeiten werden unterstützt, statt sie vorschnell zu ersetzen.
Eine gute Vorbereitung macht die Mundpflege ruhiger. Reinigen Sie vor Beginn die Hände, sorgen Sie für gutes Licht und legen Sie die benötigten Materialien griffbereit. Wenn bei der Unterstützung Kontakt mit Speichel oder Schleimhäuten zu erwarten ist, können Einmalhandschuhe sinnvoll sein. Weitere Grundlagen erklärt unser Ratgeber zur Hygiene bei häuslicher Pflege.
Die pflegebedürftige Person sollte möglichst stabil und aufrecht sitzen. Ist das nicht möglich, wird der Oberkörper so weit aufgerichtet, wie es sicher und angenehm ist. Bei deutlichen Schluckproblemen oder einer bekannten Aspirationsgefahr sollte die Durchführung individuell mit einer Fachperson abgestimmt werden.
Bei eingeschränkter Greifkraft können Zahnbürsten mit verdicktem Griff oder andere Griffhilfen das selbstständige Putzen erleichtern. Einen allgemeinen Überblick bietet unser Ratgeber zu Pflegehilfsmitteln.
Für die Durchführung hilft eine vertraute Reihenfolge. Sie soll Orientierung geben, ist aber kein starres Schema. Die Person sollte mitmachen können und jederzeit die Möglichkeit haben, eine Pause einzulegen.
Nach dem Zähneputzen ist kräftiges Nachspülen mit Wasser nicht notwendig. Wird überschüssige Zahnpasta ausgespuckt, kann Fluorid länger an den Zähnen verbleiben. Kann jemand nicht sicher ausspucken, sollten Schaum und Reste vorsichtig entfernt werden.
Unterbrechen Sie die Mundpflege, wenn Husten, Würgereiz, Schmerzen oder deutliche Abwehr auftreten. Sie muss nicht gegen Widerstand in einem Durchgang beendet werden.
Von spezieller Mundpflege wird gesprochen, wenn die normale tägliche Zahn- und Mundpflege wegen besonderer Beschwerden oder Einschränkungen nicht ausreicht. Das kann beispielsweise bei ausgeprägter Mundtrockenheit, empfindlicher oder geschädigter Mundschleimhaut, starken Belägen, Schluckproblemen oder bestimmten medizinischen Situationen der Fall sein.
Welche Maßnahmen dann sinnvoll sind, lässt sich nicht pauschal festlegen. Medizinische Mundspülungen, besondere Pflegeprodukte oder die Behandlung auffälliger Veränderungen sollten nicht allein aufgrund allgemeiner Internetempfehlungen eingesetzt werden. Lassen Sie sich dazu von Zahnarztpraxis, Arztpraxis oder Pflegefachkraft beraten.
Tägliche Mundpflege und spezielle Mundpflege sind nicht dasselbe. Bei Schmerzen, auffälligen Belägen, Entzündungen, ausgeprägter Mundtrockenheit oder Schluckproblemen sollte geklärt werden, was dahintersteckt und welche Pflege geeignet ist.
Herausnehmbarer Zahnersatz wird außerhalb des Mundes gründlich gereinigt.
Auch ohne eigene Zähne bleibt die Mundpflege wichtig. Zahnfleisch, Zunge, Gaumen und Mundschleimhaut können mit einer weichen Bürste oder einem anderen geeigneten Hilfsmittel sanft gereinigt werden. Achten Sie dabei auf trockene Stellen, Rötungen, Druckstellen oder Verletzungen.
Auch unter einer Zahnprothese können Veränderungen entstehen. Der Mundraum sollte deshalb regelmäßig angesehen und nicht nur der Zahnersatz gereinigt werden.
Herausnehmbarer Zahnersatz wird täglich außerhalb des Mundes gereinigt. Legen Sie ein Handtuch in das Waschbecken oder nutzen Sie eine andere weiche Unterlage, damit die Prothese beim Herunterfallen nicht so leicht beschädigt wird. Reinigen Sie alle Flächen mit einer geeigneten Prothesenbürste und spülen Sie den Zahnersatz anschließend gründlich ab.
Kontrollieren Sie vor dem Wiedereinsetzen, ob Druckstellen oder kleine Wunden sichtbar sind. Eine locker sitzende oder beschädigte Prothese sollte nicht selbst nachgebogen oder geklebt werden.
Unterstützung im täglichen Pflegealltag
Wenn neben der Mundpflege auch Körperpflege, Mahlzeiten, Haushalt und Tagesstruktur regelmäßig Unterstützung erfordern, können osteuropäische Betreuungskräfte im Alltag entlasten. Zahnärztliche und medizinische Aufgaben gehören weiterhin in fachkundige Hände.
Kurze Anweisungen und bekannte Abläufe können die Mundpflege bei Demenz erleichtern.
Bei Demenz gelingt Mundpflege häufig besser über vertraute Gewohnheiten als über lange Erklärungen. Nutzen Sie möglichst dieselbe Tageszeit und bekannte Pflegeprodukte. Legen Sie die Zahnbürste in die Hand und nennen Sie jeweils nur den nächsten Schritt. Oft hilft es auch, die Bewegung selbst vorzumachen oder die Hand vorsichtig mitzuführen.
Vermeiden Sie Druck. Wenn die Person den Mund nicht öffnen möchte, die Zahnbürste wegschiebt oder sichtbar unruhig wird, unterbrechen Sie die Situation. Versuchen Sie es später erneut. Hinter wiederholter Ablehnung können auch Schmerzen, Mundtrockenheit oder eine schlecht sitzende Prothese stecken.
Bei Schluckproblemen ist besonders wichtig, dass Flüssigkeit, Zahnpastaschaum oder gelöste Speisereste nicht unkontrolliert in Richtung Atemwege gelangen. Die Person sollte deshalb möglichst aufrecht sitzen. Ist das nicht möglich, wird der Oberkörper im Bett entsprechend aufgerichtet.
Kann die Person nicht sicher ausspucken, sollte nicht mit größeren Mengen Wasser nachgespült werden. Reste können vorsichtig entfernt werden. Bei einer bekannten Schluckstörung oder erhöhten Aspirationsgefahr sollte eine Fachperson die individuell sichere Vorgehensweise zeigen. Weitere Hintergründe erklärt unser Ratgeber zur Aspirationsprophylaxe.
Bei der täglichen Mundpflege lassen sich Veränderungen oft früh bemerken. Folgende Beschwerden sollten fachlich abgeklärt werden:
Zahnärztliche Diagnostik und Behandlung gehören nicht zur täglichen Unterstützung durch Angehörige oder Betreuungskräfte. Auch medizinisch angeordnete Maßnahmen sind nicht automatisch Teil der allgemeinen Mundpflege. Unser Ratgeber zur Behandlungspflege erklärt die fachliche Abgrenzung.
Dieser Ratgeber bietet Orientierung für die tägliche Mundpflege. Bei Beschwerden, Schluckproblemen, auffälligen Veränderungen oder Unsicherheit zur Durchführung ist zahnärztlicher, ärztlicher oder pflegefachlicher Rat erforderlich.
Eigene Zähne sollten in der Regel mindestens zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta geputzt werden. Eine feste Routine morgens und abends erleichtert es vielen pflegebedürftigen Menschen, den Ablauf beizubehalten. Zahnersatz wird ebenfalls täglich gründlich gereinigt.
Wie häufig zusätzliche Pflege der Mundschleimhaut notwendig ist, hängt von der individuellen Situation ab. Bei ausgeprägter Mundtrockenheit, besonderen Erkrankungen oder medizinischen Behandlungen sollten zusätzliche Maßnahmen fachlich abgestimmt werden.
Gute Mundpflege bei Pflegebedürftigen beginnt nicht damit, die Aufgabe vollständig zu übernehmen. Bereiten Sie Materialien vor, sorgen Sie für eine sichere Position und lassen Sie die Person alle Schritte selbst erledigen, die noch möglich sind. Ergänzen Sie nur dort, wo Unterstützung tatsächlich gebraucht wird.
Zähne, Prothesen, Zahnfleisch, Zunge und Mundschleimhaut brauchen regelmäßig Aufmerksamkeit. Schmerzen, auffällige Veränderungen oder Schluckprobleme gehören dagegen in fachkundige Hände.
Wenn Mundpflege nur eine von vielen täglichen Aufgaben ist und Angehörige dauerhaft Unterstützung benötigen, kann eine Betreuungskraft helfen, den Alltag zu strukturieren und vertraute Routinen zu begleiten.
Eigene Zähne sollten in der Regel zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta geputzt werden. Prothesen werden täglich gereinigt. Zusätzliche Maßnahmen richten sich nach der individuellen Mundsituation und fachlichen Empfehlungen.
Auch ohne eigene Zähne werden Zahnfleisch, Zunge, Gaumen und Mundschleimhaut gepflegt. Herausnehmbarer Zahnersatz wird separat gereinigt. Achten Sie außerdem auf Druckstellen, Rötungen oder Verletzungen.
Spezielle Mundpflege kann erforderlich sein, wenn besondere Beschwerden oder Einschränkungen vorliegen und die normale tägliche Mundpflege nicht ausreicht. Welche Maßnahmen geeignet sind, sollte je nach Situation zahnärztlich, ärztlich oder pflegefachlich abgestimmt werden.
Kräftiges Nachspülen mit Wasser ist normalerweise nicht nötig. Wird überschüssige Zahnpasta ausgespuckt, kann Fluorid länger an den Zähnen verbleiben. Kann die Person nicht sicher ausspucken, können Schaum und Reste vorsichtig entfernt werden.
Üben Sie keinen Druck aus. Nutzen Sie vertraute Abläufe, kurze Anweisungen und versuchen Sie es gegebenenfalls später erneut. Wiederholte Ablehnung kann auch auf Schmerzen, Mundtrockenheit oder eine schlecht sitzende Prothese hinweisen.
Schmerzen, Blutungen, Schwellungen, wunde Stellen, auffällige Beläge, starke Mundtrockenheit, Probleme beim Kauen oder Schlucken sowie beschädigte oder schlecht sitzende Prothesen sollten fachlich abgeklärt werden.

