Konkrete Beispiele helfen bei der ärztlichen Abklärung mehr als der Versuch, einzelne Symptome selbst einer Demenzform zuzuordnen.
Demenzarten unterscheiden sich in ihren Ursachen, typischen frühen Veränderungen und teilweise auch im Verlauf. Alzheimer ist dabei nicht dasselbe wie Demenz: Demenz ist ein Oberbegriff, Alzheimer die häufigste einzelne Demenzform. Daneben gibt es unter anderem vaskuläre Demenz, Lewy-Körper-Demenz, frontotemporale Demenz und Demenz bei Morbus Parkinson.
Für Angehörige ist diese Unterscheidung hilfreich, weil nicht jede Demenz zuerst durch Vergesslichkeit auffällt. Je nach Erkrankung können beispielsweise Aufmerksamkeit, Bewegung, Sprache oder Veränderungen des Verhaltens stärker im Vordergrund stehen. Einzelne Symptome erlauben jedoch keine Selbstdiagnose.
Es gibt nicht nur vier oder fünf Demenzarten. Fachinformationen beschreiben mehr als 50 unterschiedliche Formen beziehungsweise Ursachen. Für einen ersten Überblick ist es jedoch sinnvoll, sich auf die häufigsten und medizinisch besonders wichtigen Formen zu konzentrieren.
Zu den häufig genannten Demenzformen gehören:
Das bedeutet nicht, dass es genau fünf Demenzformen gibt. Darüber hinaus existieren weitere seltenere Ursachen und Mischformen.
Konkrete Beispiele helfen bei der ärztlichen Abklärung mehr als der Versuch, einzelne Symptome selbst einer Demenzform zuzuordnen.
Die folgende Übersicht zeigt typische Unterschiede der wichtigsten Demenzformen. Sie dient der Orientierung und nicht als diagnostischer Selbsttest. Merkmale können sich überschneiden und der Verlauf kann individuell deutlich abweichen.
| Demenzform | Medizinische Einordnung | Typische frühe Auffälligkeiten | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Alzheimer-Demenz | Neurodegenerative Erkrankung und häufigste Demenzform | Neue Informationen werden schlechter gespeichert, Orientierung und Wortfindung können nachlassen | Meist schleichender Beginn und fortschreitender Verlauf |
| Vaskuläre Demenz | Schädigungen im Zusammenhang mit Gefäßveränderungen und Durchblutungsstörungen im Gehirn | Verlangsamtes Denken, Schwierigkeiten bei Planung und Aufmerksamkeit | Das Erscheinungsbild hängt stark davon ab, welche Hirnbereiche betroffen sind |
| Lewy-Körper-Demenz | Neurodegenerative Erkrankung mit charakteristischen Eiweißablagerungen | Schwankende Aufmerksamkeit, optische Halluzinationen und Bewegungsveränderungen | Geistige Leistungsfähigkeit und Wachheit können deutlich schwanken |
| Frontotemporale Demenz | Neurodegenerative Veränderungen besonders im Stirn- und Schläfenbereich | Veränderungen von Verhalten, Persönlichkeit oder Sprache | Gedächtnisprobleme müssen anfangs nicht im Vordergrund stehen |
| Parkinson-Demenz | Kognitive Beeinträchtigung im Verlauf einer bestehenden Parkinson-Erkrankung | Aufmerksamkeit, Planung und räumliche Orientierung können nachlassen | Die Parkinson-Erkrankung besteht bereits vor der Demenzentwicklung |
Wie Betreuung, Orientierung und Tagesstruktur unabhängig von der konkreten Demenzform gestaltet werden können, erklären wir im zentralen Ratgeber zur Demenzbetreuung zu Hause.
Eine weitere wichtige Einteilung unterscheidet zwischen primären und sekundären Demenzformen. Dabei geht es darum, wo die Ursache der kognitiven Beeinträchtigungen liegt.
Bei primären Demenzen liegt die zugrunde liegende Erkrankung im Gehirn selbst. Dazu gehören insbesondere neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Lewy-Körper-Demenz oder frontotemporale Demenz sowie vaskuläre Demenzen.
Diese Erkrankungen sind in der Regel fortschreitend. Welche Fähigkeiten zuerst betroffen sind und wie sich die Erkrankung entwickelt, kann sich jedoch deutlich unterscheiden.
Bei sekundären Demenzen entstehen demenzielle Beschwerden infolge einer anderen gesundheitlichen Ursache. Dazu können beispielsweise bestimmte Stoffwechselstörungen, Vitaminmangel, Schilddrüsenfehlfunktionen, Intoxikationen oder unerwünschte Medikamentenwirkungen gehören.
Das ist medizinisch besonders wichtig: Je nach Ursache können sich Beschwerden durch eine gezielte Behandlung bessern. Neue kognitive Veränderungen sollten deshalb ärztlich abgeklärt und nicht vorschnell als irreversible Demenz eingeordnet werden.
Wenn der Unterstützungsbedarf unabhängig von der genauen Demenzform bereits deutlich zugenommen hat und regelmäßig Hilfe bei Orientierung, Mahlzeiten, Haushalt oder Tagesstruktur erforderlich ist, kann neben anderen Hilfen auch eine 24-Stunden-Pflege zu Hause als Betreuungsform geprüft werden. Entscheidend ist dabei der tatsächliche Unterstützungsbedarf – nicht allein die Diagnose.
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste einzelne Demenzform. Sie beginnt meist schleichend. Häufig fällt zunächst auf, dass neue Informationen schlechter gespeichert werden: Gespräche, Termine oder Absprachen werden vergessen und Fragen wiederholen sich.
Im weiteren Verlauf können Orientierung, Sprache, Planung und die Bewältigung vertrauter Tätigkeiten stärker beeinträchtigt sein. Einzelne Gedächtnislücken bedeuten jedoch nicht automatisch Alzheimer.
Bei vaskulären Demenzen entstehen kognitive Einschränkungen im Zusammenhang mit Gefäßschäden und Durchblutungsstörungen im Gehirn. Welche Beschwerden auftreten, hängt unter anderem davon ab, welche Bereiche des Gehirns betroffen sind.
Im Vordergrund können verlangsamtes Denken, Schwierigkeiten bei Planung und Aufmerksamkeit oder andere neurologische Auffälligkeiten stehen. Der Verlauf kann sich deutlich von Mensch zu Mensch unterscheiden.
Für die Unterstützung zählt vor allem, welche Fähigkeiten erhalten sind und wobei konkret Hilfe notwendig wird.
Bei einer Lewy-Körper-Demenz können Aufmerksamkeit, geistige Leistungsfähigkeit und Wachheit ungewöhnlich stark schwanken. Möglich sind außerdem wiederkehrende optische Halluzinationen und Parkinson-ähnliche Bewegungsveränderungen.
Da sich einzelne Beschwerden mit anderen Demenz- und Parkinson-Erkrankungen überschneiden können, ist die medizinische Abgrenzung besonders wichtig.
Bei der frontotemporalen Demenz sind insbesondere Nervenzellen im Stirn- und Schläfenbereich des Gehirns betroffen. Anders als bei Alzheimer müssen Gedächtnisprobleme zu Beginn nicht das auffälligste Merkmal sein.
Angehörige bemerken möglicherweise zuerst Veränderungen von Persönlichkeit, Verhalten oder Sprache. Manche Betroffene wirken beispielsweise enthemmter, weniger einfühlsam oder auffällig antriebslos. Solche Veränderungen können jedoch unterschiedliche Ursachen haben und müssen fachlich eingeordnet werden.
Bei einem Teil der Menschen mit Morbus Parkinson entwickeln sich im Krankheitsverlauf zusätzlich ausgeprägte kognitive Einschränkungen. Betroffen sein können unter anderem Aufmerksamkeit, Planung und räumliche Orientierung.
Für die medizinische Abgrenzung zur Lewy-Körper-Demenz spielt unter anderem der zeitliche Verlauf von motorischen und kognitiven Beschwerden eine Rolle.
Demenzformen treten nicht immer isoliert auf. Besonders im höheren Lebensalter können unterschiedliche krankhafte Veränderungen gleichzeitig vorhanden sein. Häufig werden beispielsweise Mischformen aus Alzheimer-Krankheit und vaskulären Veränderungen festgestellt.
Das erklärt auch, warum die Beschwerden eines Menschen nicht immer exakt in die Beschreibung einer einzigen Demenzform passen. Eine Diagnose berücksichtigt deshalb den gesamten Verlauf und die medizinischen Befunde.
Der Unterschied lässt sich kurz zusammenfassen: Demenz ist der Oberbegriff, Alzheimer ist eine bestimmte Erkrankung und die häufigste Demenzform.
Nicht jede Demenz ist also Alzheimer. Hinter demenziellen Beschwerden können andere neurodegenerative Erkrankungen, Gefäßerkrankungen, Mischformen oder sekundäre Ursachen stehen.
Eine Demenzform beschreibt die zugrunde liegende Erkrankung oder Ursache. Ein Demenzstadium beschreibt dagegen, wie weit die Erkrankung und die Einschränkungen fortgeschritten sind.
Ein Mensch kann beispielsweise eine Alzheimer-Demenz in einer noch frühen Phase haben. Ein anderer Mensch kann dieselbe Demenzform mit bereits erheblichen Einschränkungen im Alltag haben. Aus der Demenzart allein lässt sich deshalb nicht ableiten, wie viel Pflege oder Betreuung benötigt wird.
Eine allgemeingültige Rangliste der Demenzformen nach Verlaufsgeschwindigkeit ist nicht sinnvoll. Wie schnell sich Fähigkeiten verändern, unterscheidet sich zwischen einzelnen Menschen erheblich und hängt von verschiedenen medizinischen Faktoren ab.
Eine ungewöhnlich schnelle Verschlechterung innerhalb kurzer Zeit sollte deshalb nicht einfach als besonders schneller Demenzverlauf eingeordnet werden, sondern ärztlich abgeklärt werden.
Eine leichte kognitive Beeinträchtigung, häufig als MCI bezeichnet, ist nicht automatisch eine Demenz. Betroffene können Schwierigkeiten mit einzelnen geistigen Fähigkeiten haben, ihren Alltag aber noch weitgehend selbstständig bewältigen.
Auch andere Erkrankungen, Medikamente oder psychische und körperliche Belastungen können Gedächtnis und Konzentration beeinflussen. Deshalb ist eine medizinische Abklärung wichtiger als der Versuch, anhand einzelner Symptome selbst eine Demenzart zu bestimmen.
Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn Gedächtnis, Orientierung, Sprache, Verhalten oder Alltagskompetenz über längere Zeit deutlich nachlassen. Besonders relevant sind Veränderungen, durch die zuvor vertraute Tätigkeiten nicht mehr zuverlässig gelingen.
Plötzlich auftretende Verwirrtheit oder akute neurologische Ausfälle sollten dagegen nicht als typischer Demenzverlauf abgewartet werden, sondern benötigen eine zeitnahe beziehungsweise je nach Situation sofortige medizinische Abklärung.
Hinweis: Die beschriebenen Merkmale dienen der Orientierung. Eine Demenzform lässt sich anhand einzelner Alltagssymptome nicht sicher feststellen. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Diagnose oder individuelle medizinische Beratung.
Für die Organisation des Alltags ist die genaue Demenzform nur ein Teil der Entscheidung. Ebenso wichtig ist, was die betroffene Person noch selbstständig kann und wobei tatsächlich Hilfe notwendig wird.
Orientierung, Sicherheit, Mahlzeiten, Haushalt und Tagesstruktur können je nach Verlauf unterschiedliche Unterstützung erfordern.
Wenn der Betreuungsbedarf dauerhaft deutlich zunimmt, erklärt unser Ratgeber zur 24-Stunden-Pflege bei Demenz, welche Aufgaben eine im Haushalt lebende Betreuungskraft übernehmen kann und wo ihre Grenzen liegen.
Wenn Sie nach der Diagnose überlegen, wie der Alltag zu Hause organisiert werden kann, können wir die Betreuungssituation gemeinsam einordnen.
Demenzarten unterscheiden sich in Ursache, typischen Symptomen und Verlauf. Alzheimer ist die häufigste Form, aber nicht die einzige. Vaskuläre Demenz, Lewy-Körper-Demenz, frontotemporale Demenz, Parkinson-Demenz und Mischformen können andere Schwerpunkte zeigen.
Für Angehörige ist deshalb weniger wichtig, einzelne Symptome möglichst schnell selbst einer Demenzform zuzuordnen. Hilfreicher ist, konkrete Veränderungen zu beobachten und medizinisch abklären zu lassen. Für die weitere Versorgung zählt anschließend vor allem, welche Fähigkeiten erhalten sind und welche Unterstützung tatsächlich benötigt wird.
Häufig genannt werden Alzheimer-Demenz, vaskuläre Demenz, Lewy-Körper-Demenz, frontotemporale Demenz und Parkinson-Demenz. Es gibt jedoch deutlich mehr als fünf Demenzformen und Ursachen.
Es werden mehr als 50 unterschiedliche Demenzformen beziehungsweise Ursachen beschrieben. Für die Orientierung sind vor allem die häufigeren Formen und die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Demenzen relevant.
Demenz ist der Oberbegriff für unterschiedliche Erkrankungen und Ursachen mit kognitiven Einschränkungen. Alzheimer ist eine konkrete Erkrankung und die häufigste einzelne Demenzform.
Bei primären Demenzen liegt die zugrunde liegende Erkrankung im Gehirn selbst. Bei sekundären Demenzen entstehen demenzielle Beschwerden als Folge anderer Erkrankungen oder Ursachen. Einige dieser Ursachen sind behandelbar.
Bei einer frontotemporalen Demenz können Veränderungen von Persönlichkeit, Verhalten oder Sprache früh auffallen. Solche Veränderungen können jedoch auch andere Ursachen haben und erlauben allein keine Diagnose.
Eine allgemeingültige Rangfolge ist nicht sinnvoll. Der Verlauf kann selbst innerhalb derselben Demenzform sehr unterschiedlich sein. Eine ungewöhnlich rasche Verschlechterung sollte medizinisch abgeklärt werden.
Nein. Die Demenzform bezeichnet die zugrunde liegende Erkrankung oder Ursache. Das Stadium beschreibt dagegen, wie weit die Erkrankung beziehungsweise die Einschränkung der Fähigkeiten fortgeschritten ist.
Nein. Vaskuläre Demenzen stehen mit Gefäßschäden und Durchblutungsstörungen im Gehirn in Zusammenhang. Alzheimer ist eine neurodegenerative Erkrankung. Beide Arten von Veränderungen können allerdings auch gemeinsam vorliegen.

